Hauptversammlung Agravis

Otte-Kinast will einheitliches Tierwohl-Label


Ministerin Barbara Otte-Kinast will bei Thema Schweinehaltung vorankommen
Foto: Ministerium
Ministerin Barbara Otte-Kinast will bei Thema Schweinehaltung vorankommen

Die niedersächsische Agrarministerin kündigt noch für dieses Jahr konkrete Kriterien zur Ferkelkastration und zum Kastenstand an. In ihrer Ansprache zur Agravis-Hauptversammlung in Bockenem spricht sie von enger Zusammenarbeit.

Herzlich begrüßte Franz-Josef Holzenkamp die Aktionäre und Agrarministerin Barbara Otte-Kinast zur Agravis-Hauptversammlung in Bockenem. Gleichzeitig stimmte der Agravis-Aufsichtsratsvorsitzende Holzenkamp die rund 850 Teilnehmer auf Veränderungsprozesse ein. Das gut aufgestellte Unternehmen werde derzeit auf den Prüfstand gestellt, so Holzenkamp. Diese anstehenden Veränderungen lösten Verunsicherung aus. Doch würden mit dem Veränderungsprozess auch neue Chancen entstehen, sagte er. Im Verlauf der Hauptversammlung stellt Agravis-Chef Andreas Rickmers den neuen Strategieprozess unter dem Namen "Hanse" vor.

In ihrem Grußwort kommt Barbara Otte-Kinast, Agrarministerin in Niedersachsen gleich auf ihr zentrales Anliegen zu sprechen. Es ist die Reduzierung der Nährstoffüberschüsse. Der aktuelle Nitratbericht in Niedersachsen zeige, dass zu viel Stickstoff und Phosphat in den Gewässern vorhanden sei. Deshalb plädiert die Ministerin für eine sinnvolle Verwertung organischer Wirtschaftsdünger wie Gülle und Gärreste. „Wir brauchen wirksame Maßnahmen, um die Überschüsse zu verringern. Dafür verspricht sie auch Fördergelder. Eine Möglichkeit sei die verstärkte Verbringung von überschüssiger Gülle aus Weser-Ems in die Ackerbauregionen. Sie wird in Niedersachsen Risikogebiete ausweisen und in diesen "Hot Spots" spezielle Maßnahmen zur Düngung erlassen. Alle Daten liefen bei der Düngebehörde zusammen. Dort würden die Betriebe beraten, aber auch bei Fehlverhalten Strafen verhängt. „Das schützt alle anderen Betriebe, die sich an die gute landwirtschaftliche Praxis halten“, so Otte-Kinast. Als Ministerin im Agrarland Nummer eins habe sie eine große Verantwortung.

Otte-Kinast gibt Gas

Tierhalter in Niedersachsen stehen unter großem öffentlichen Druck und sind einem scharfen Preiswettbewerb ausgesetzt. Deshalb ist Otte Kinast fest entschlossen, noch in diesem Jahr den Sauenhaltern konkrete Beschlüsse zur Ferkelkastration, zu Kastenstand und zum Schwänzekupieren zu liefern. „Das bin ich meinen Sauenhaltern schuldig“, so Otte-Kinast. „Bundesagrarministerin Julia Klöckner gibt genauso Gas wie ich“, so Otte Kinast in Bockenem.

Die aktuelle Debatte zur Tierwohl-Kennzeichnung ist für Otte-Kinast Anlass, endlich Klarheit zu schaffen. Dass es derzeit mehrere Tierwohl-Label gibt, findet die Ministerin verwirrend. Sie befürwortet deshalb eine staatliche Kennzeichnung für Fleisch mit verbindlichen Kriterien in Deutschland. Frankreich und Dänemark seien bereits auf diesem Weg. In zwei, drei Jahren soll dieses Label auch in der EU eingeführt sein. "Mehr Tierwohl koste aber auch mehr Geld", sagt Otte-Kinast. Etwa 3 bis 4 Mrd. € würden jährlich für den Umbau der Tierproduktion von Wissenschaftlern veranschlagt. 90 Prozent der Bürger wären Umfragen zufolge bereit, mehr Geld für Tierwohl zu bezahlen. „Es liegt richtig viel Arbeit vor uns, sagt Otte Kinast und wünscht sich in einigen Jahren eine positive Anerkennung in der Gesellschaft.

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