Anbauschätzung

Rapsanbau geht in den Keller


Blühende Rapsflächen werden 2019 noch seltener zu sehen sein als in diesem Jahr.
Foto: Ufop
Blühende Rapsflächen werden 2019 noch seltener zu sehen sein als in diesem Jahr.

Deutsche Landwirte haben zur Ernte 2019 erheblich weniger Raps ausgesät als im Vorjahr. Umfangreiche Umbruchflächen senken die Erntefläche auf deutlich unter 1 Mio. ha.

Mit rund 1,0 Mio. ha  wurde zur Ernte 2019 noch einmal 18 Prozent oder bundesweit gut 220.000 ha weniger Winterraps ausgesät als im Erntejahr 2018. Diese Zahlen veröffentlichte heute auf der Eurotier die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (Ufop). Wegen der extremen Trockenheit ging die Anbaufläche in allen Bundesländern zurück. Spitzenreiter war Sachsen-Anhalt mit minus 35 Prozent. Überdurchschnittlich hoch war der Rückgang außerdem in Hessen, Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen. Weniger ausgeprägt ist die Einschränkung in West- und Süddeutschland.

Umbrüche verringern die Fläche weiter

Die Anbauschätzung basiert auf einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Produkt+Markt, die im September und Oktober bei 4.411 Landwirten durchgeführt worden ist. Die Erntefläche verringert sich nach Angaben der Ufop weiter, weil es zu umfangreichen Umbrüchen gekommen ist. Die bereits umgebrochene Anbaufläche sowie die Fläche, für die zum Zeitpunkt der Befragung noch ein Umbruch zu erwarten war, werden bundesweit auf rund 114.500 ha geschätzt. Als Folge kann sich die prognostizierte Erntefläche 2019 auf unter 900.000 ha verringern, so die Ufop.

Der Ufop-Vorsitzende Wolfgang Vogel geht aus heutiger Sicht davon aus, dass in Deutschland lediglich auf 700.000 ha ordentliche Rapserträge zu erwarten sind. Auf etwa 200.000 ha beobachten die Rapsfachleute schwache Bestände, die nicht optimal aufgelaufen sind und schwer über den Winter kommen werden. Absehbar ist, dass die Ernte 2019 das schwache Ergebnis von 2018 noch deutlich untertrifft. Es könnte auf nur noch 3 Mio. t Raps statt 3,6 Mio. t in diesem Jahr herauslaufen.

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