Facebook-Beitrag

Strafanzeige gegen Animal Peace


Die umstrittene Tierrechtsorganisation "Animal Peace" feiert einen Bullen, der einen bayerischen Landwirt und seinen Vater tödlich verletzt hat, als Widerstandskämpfer. Die AbL ergreift wie bei einem ähnlichen Vorfall vor vier Jahren rechtliche Schritte.

Ein Facebook-Beitrag der Tierrechtsorganisation „Animal Peace“ aus München von Ende Juli hat womöglich ein rechtliches Nachspiel. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat nach eigenen Angaben bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Regensburg Strafantrag und Strafanzeige gegen die Tierrechtler wegen des Post gestellt. In dem Facebook-Beitrag geht es um einen Landwirt und seinen Vater in Bayern, die durch den Angriff eines Bullen tödlich verletzt wurden.

Verantwortung übernehmen statt Hetze

„In dem Facebook-Beitrag von Animal Peace werden die verstorbenen Bauern als ‚Sklavenhalter‘ herabgewürdigt und der Bulle als ‚Held‘ bezeichnet. Zudem wird der Wunsch geäußert, dass viele weitere Rinder ‚in den Aufstand‘ folgen sollten. Wir lassen uns eine solche abartige Hetze und Herabwürdigung der Verstorbenen nicht gefallen“, begründet AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen Strafantrag und Strafanzeige gegen Animal Peace. Der Facebook-Beitrag ist zudem seiner Auffassung nach  „geeignet, das Ansehen aller viehhaltenden Bäuerinnen und Bauern zu treffen. Wir erwarten, dass eine vernünftige Arbeit von Bäuerinnen und Bauern von der Gesellschaft wertgeschätzt und ihnen mit Respekt begegnet wird“, so Janßen. 
Der Facebook-Post von Animal Peace

„Rinder-Mann, geh´ Du voran: Wieder ist ein Held aus unserer Mitte aufgestanden. Ein Stier hat in der Oberpfalz seinen 60jährigen Sklavenhalter und dessen 80jährigen Vater angegriffen und tödlich verletzt“, kommentiert Animal Peace den Vorfall in dem Facebook-Post vom 27. Juli.  Der Stier habe „seine Familie verteidigen wollen, aber die Polizei hat ihn nach seiner Aktion erschossen“, heißt es dort weiter. Mit dem Appell „Mögen ihm viele weitere Rinder in den Aufstand der Geknechteten folgen“, schließt Animal Peace.

AbL richtet in dem Zusammenhang einen Appell an die Agrarpolitik: „Die Politik ist gefordert, endlich mit klaren Rahmenbedingungen flächendeckend eine artgerechte Tierhaltung zu fördern“, so Janßen weiter. Hetze und Verleumdung seien in der Auseinandersetzung um die Zukunft der Nutztierhaltung „nicht zu akzeptieren“, so der AbL-Geschäftsführer weiter. „Verantwortung übernehmen auf den Höfen und beim Einkauf der Lebensmittel sowie bei der Setzung von Rahmenbedingungen in der Politik sind dagegen gefragt“, bekräftigt die Organisation.

Animal Peace hatte bereits Anfang 2015 in einem ähnlichen Fall für Bestürzung sowohl in der Landwirtschaft als auch unter Tierschutzorganisationen gesorgt. Seinerzeit war ein Tierhalter aus dem Oberbergischen Kreis im Stall von einem Bullen tödlich verletzt worden. Die AbL und die Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis hatten damals mit einer Strafanzeige reagiert. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, hatte sich seinerzeit gegenüber agrarzeitung.de klar gegen die Aussagen von Animal Peace gestellt und auch der Deutsche Tierschutzbund distanzierte sich von den Tierrechtlern.

 

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