Künftig müssen Tierärzte laut Gesetzgeber für jedes behandelte Tier ein Antibiogramm erstellen. Das verärgert sowohl Tierärzte als auch Landwirte. In jedem Fall wird die Behandlung für Landwirte teurer.

Die Bundesregierung verpflichtet Tierärzte in der überarbeiteten "Tierärztlichen Hausapothekenverordnung" dazu, Antibiogramme zu erstellen. Erkrankt ein Tier, darf der Tierarzt zwar direkt ein Antibiotikum geben, allerdings muss er dem Tier nun jedesmal eine Probe entnehmen, die innerhalb von einigen Tagen im Labor auf Erreger und Resistenzen untersucht wird. Mit dieser Maßnahme bezweckt der Gesetzgeber, Antibiotikagaben und bakterielle Resistenzen gegenüber diversen antibiotischen Medikamenten zu reduzieren. Ein Beispiel: Kennt der Tierarzt den Erreger einer bestimmten Erkrankung, kann er beim nächsten Mal anstatt eines Breitband-, ein Schmalspurantibiotikum geben.

Doch genau diese Herangehensweise verärgert sowohl Tierärzte als auch Landwirte. Tierärzte erklären, sie hätten genug Routine, um bei immer wiederkehrenden Erkrankungen das richtige Antibiotikum zu verabreichen. Lediglich bei neuen Krankheiten sei ein Resistenztest sinnvoll und bereits übliche Praxis. Außerdem sei es schwierig, eine Probe zu ziehen, die den Erreger erwischt. Beispielsweise müsse bei einer Lungenentzündung eigentlich das Tier aufgeschnitten werden, um an das entzündete Gewebe heranzukommen. Solch ein Eingriff sei nur üblich, wenn das Tier eine unbekannte Krankheit hat und quasi "geopfert" wird.

Nach den neuen Vorgaben des Gesetzgebers fallen zusätzliche Kosten für Tierhalter an, die ihre Tiere mit Antibiotika behandeln wollen. Nach Probenauswertung und klinischer Untersuchung des kranken Tieres kommen auf den Tierhalter zwischen 10 und 50 € pro Tier zu.



Tierärzte weisen auf Präventivmaßnahmen hin. Eine Variante ist die stallspezifische Impfung, mithilfe derer Spezielle immer wiederkehrende Erkrankungen auf einzelnen Betrieben bekämpft werden können. Außerdem müsse das Futter vitaminreich und voller Antioxidantien sein, um die Immunität der Tiere zu stärken. Wichtig ist außerdem, die Tiere mit ausreichend Wasser zu versorgen, um Nierenschäden vorzubeugen.
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