Europaparlament

Weniger Antibiotika in Stall


Bild: Pixabay / Myriams-Fotos

In der Tierhaltung sollen weniger Antibiotika eingesetzt werden. Langjährige Beratungen über neue EU-Verordnungen zu Tierarzneimitteln und zu Arzneifuttermitteln nähern sich mit einer Abstimmung im Europaparlament dem Ende.

Reserveantibiotika sollen im Stall überhaupt nicht mehr verwendet werden, um sie im Kampf gegen Resistenzen für die Humanmedizin zu erhalten. Tierarzneimittel dürfen keinesfalls schlechte Haltungsbedingungen ersetzen, heißt es weiterhin in der neuen Verordnung, der sich im Plenum des EP in Straßburg eine deutliche Mehrheit anschloss. Vorbeugend dürfen antibiotische Tierarzneimittel im Stall ohne klinische Krankheitssymptome nur noch an einzelne Tiere nach veterinärmedizinischer Untersuchung vergeben werden, wenn eine Ausbreitung auf anderem Wege nicht mehr zu verhindern ist.

Arzneifuttermittel für Gruppen von Tieren sind ebenfalls nur noch in Ausnahmefällen erlaubt. Das Parlament setzte durch, dass importiertes Fleisch nicht von Tieren stammen darf, die zuvor mit Antibiotika als Wachstumsförderer behandelt wurden. Schließlich sollen Investitionen in neue Antibiotika gefördert werden, um die zunehmende Resistenz in den Griff zu bekommen. Nach formaler Zustimmung des EU-Ministerrates und der Veröffentlichung der neuen Verordnungen im EU-Amtsblatt gehen nach vier Jahren die Beratungen um einen Beitrag der Landwirtschaft im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen zu Ende.

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