Antibiotika

Klöckner sieht Handlungsbedarf in der Geflügelmast


Während in der Rinder- und Schweinehaltung der Einsatz von Antibiotika sank, ignorierte die Masthähnchenindustrie die Vorgaben des Bundes.
Foto: ZDG
Während in der Rinder- und Schweinehaltung der Einsatz von Antibiotika sank, ignorierte die Masthähnchenindustrie die Vorgaben des Bundes.

Der Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast ist zuletzt kaum gesunken. Für das Bundeslandwirtschaftsministerium ist das besonders im Fall der Reserveantibiotika "nicht akzeptabel".

Die Anwendung von Antibiotika kann die Entwicklung von Resistenzen nach sich ziehen. Daher müsse der Einsatz bei Mensch und Tier auf das absolut notwendige Maß reduziert werden, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Strengste Anforderungen seien insbesondere bei den so genannten Reserveantibiotika erforderlich. Es habe sich gezeigt, dass Wirkstoffe dieser Gruppe besonders in der Geflügelmast in großem Umfang eingesetzt würden. Dies könne schwerwiegende Auswirkungen auf die Humanmedizin haben und sei daher nicht hinnehmbar, so die Ministerin.

In einem heutigen Gespräch mit Vertretern der Geflügelwirtschaft und im Beisein des Gesundheitsministeriums wurde nach Angaben des BMEL eine Vereinbarung getroffen, bis September 2019 einen ambitionierten Stufenplan zum Abbau der hohen Reserveantibiotikamengen in der Geflügelmast vorzulegen. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium habe sie die klare Erwartung, die Tiergesundheit in den Ställen so zu verbessern, dass keine antibiotische Behandlung mehr notwendig sei. Gefordert seien konkrete Maßnahmen in Fragen der Zucht, der Haltungsdichte, der Hygiene sowie des Betriebsmanagments.

Im Jahr 2014 wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) ein nationales Antibiotikaminimierungskonzept für Masttiere eingeführt, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Dessen Evaluierung wurde von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner im Juni 2019 dem Bundeskabinett vorgelegt. Aus den Daten sei hervorgegangen, dass im Zeitraum 2014 bis 2017 die Gesamtverbrauchsmenge an Antibiotika bei den Nutztierarten Mastferkel und -schweine, Masthühnern und -puten sowie Mastkälbern und -rindern um mehr als 30 Prozent gesunken sei. Lediglich der Einsatz von Antibiotika bei Masthühnern und -puten habe sich nahezu unverändert gezeigt. Auch habe der Anteil der Reserveantibiotika bei diesen beiden Nutztierarten bei etwa der Hälfte der gesamten Verbrauchsmenge gelegen.

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