Antibiotikaanwendung

BVL ruft zum Vergleich auf


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die  bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit von Antibiotika für Rinder, Schweine, Hühner und Puten im Bundesanzeiger veröffentlicht. Tierhalter sind verpflichtet, die betriebsindividuelle Kennzahl mit den jeweiligen bundesweiten Kennzahlen zu vergleichen.

Gemäß Arzneimittelgesetz müssen Tierhalter ab einer bestimmten Bestandsgröße halbjährlich die Bezeichnung der angewendeten Antibiotika, die Anzahl und Art der gehaltenen und behandelten Masttiere, die Anzahl der Behandlungstage sowie die insgesamt angewendete Menge von Antibiotika ihrer zuständigen Überwachungsbehörde melden. Die Meldung erfolgt an das Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere. Hieraus werden dann für jeden Betrieb und jede Nutzungsart die Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit ermittelt. 

Liegt der Betrieb über dem Median aller Betriebe (also über Kennzahl 1), muss der Tierhalter zusammen mit seinem Tierarzt die Ursachen dafür ermitteln und wenn nötig Maßnahmen ergreifen, die zur Reduzierung der Antibiotikaverwendung führen. 

Wie wird der Index ermittelt?
Dazu gibt es die Formel, bei der die Anzahl der behandelten Tiere mit der Anzahl Behandlungstage multipliziert wird. Dieser Wert wird dann geteilt durch die durchschnittliche Anzahl gehaltener Tiere pro Halbjahr.
Aufgrund des § 58d des Arzneimittelgesetzes ist der Tierhalter verpflichtet, seine betriebsindividuelle Kennzahl, die ihm von seiner Überwachungsbehörde mitgeteilt wurde, mit den jeweiligen bundesweiten Kennzahlen zu vergleichen.


Sofern der Betrieb mit seiner betriebsindividuellen Kennzahl über dem dritten Quartal (der Kennzahl 2) liegt, muss der Tierhalter innerhalb von vier Monaten nach Veröffentlichung der bundesweiten Kennzahlen zu den Therapiehäufigkeiten im Bundesanzeiger einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes erarbeiten und diesen der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen. Die Behörde prüft den Plan und kann auch Änderungen anordnen und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene, der Gesundheitsvorsorge oder der Haltungsbedingungen verlangen. Im Extremfall kann sogar das Ruhen der Tierhaltung angeordnet werden.

Die Kennzahlen ermöglichen jedoch keine Aussage über die durchschnittliche Anzahl der Behandlungstage pro Tier je Halbjahr und sind auch nicht geeignet, einen Vergleich der Anwendungshäufigkeiten zwischen den einzelnen Tier- und Nutzungsarten zu beschreiben.

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