Aquaponic

Im Wasser Wurzeln schlagen

Der Forschungscontainer von K+S: Charakteristisch sind die roten Lampen zu sehen, unter denen der Salat wächst.
Foto: K+S
Der Forschungscontainer von K+S: Charakteristisch sind die roten Lampen zu sehen, unter denen der Salat wächst.

Der Düngemittelhersteller K+S aus Kassel denkt über den Tellerrand hinaus und beschäftigt sich mit Aquaponic. Dafür haben sie am Hauptsitz in Kassel einen einsehbaren Forschungscontainer aufgestellt.

Mit Hydroponic beschäftigen sich nicht nur Forscher, die nach Möglichkeiten zur urbanen Landwirtschaft und Nahrungsmittelversorgung auf Marsflügen suchen, sondern nun auch mittelständische, deutsche Wirtschaftsunternehmen. K+S ging dabei noch einen Schritt weiter und forscht an einem System, das von der Hydroponic abstammt: Die Aquaponic. 

Bei der Hydroponic werden Pflanzen nicht in der Erde, sondern in mit Nährstoffen angereichertem Wasser angesiedelt. Die Pflanzen wurzeln dabei in einem Granulat wie Kies oder Basalt, das von einer Nährlösung umspült ist. Die Aquaponic ist ein ähnliches System, doch anstatt eines künstlichen Düngerzusatzes werden die Pflanzen mit dem Abwasser aus einer Fischzucht versorgt.

Der Gedanke ist dabei, das durch Kot und Urin mit Ammoniak und Ammonium versetzte Abwasser der Fische so umzuwandeln, dass es den Pflanzen als Nährlösung dient. Das kann man über Bakterienkulturen bewerkstelligen, die das Ammoniak in Nitrat umwandeln. Die Pflanzen nutzen das Nitrat als Nährstoff und reinigen so das Wasser, das wieder für die Fische verwendet werden kann. Die Feststoffe, die in diesem Prozess nicht verstoffwechselt werden können, müssen dann über ein zwischengeschaltetes Absetzbecken getrennt und ganz klassisch kompostiert werden. In der Regel fallen aber sehr wenige Feststoffe an.

Aquaponik funktioniert gut, um Kräuter, Salat und diverse Gemüsesorten anzubauen. Das System kommt mit weniger Wasser aus als reguläre Felder und führt auch zu beschleunigtem Wachstum bei Pflanzen. In letzter Zeit erhält das Thema global zunehmende Aufmerksamkeit. Im vom Platzmangel geplagten Singapur versucht man, mit hydroponischen Gärten auf den Dächern von Häusern mehr Lebensmittel zu generieren. Das schwedische Einrichtungskaufhaus bietet seit 2017 ein – sehr einfaches, aber funktionierendes – Hydroponicset für Privathaushalte an.

Flüssigdüngung ausbauen

K+S beschäftigt sich im Rahmen seiner Strategieentwicklung 2030 mit Megatrends. „Wir beschäftigen uns auch abseits unserer bisherigen Produkte mit neuen Geschäftsfeldern auf denen wir noch nicht aktiv sind“, so Geschäftsführerin Alexa Hergenröther. Einer der Denkansätze war es, die eigenen Fähigkeiten im Thema Flüssigdüngung auszubauen.

Der Forschungscontainer in Kassel ist durchsichtig und mit einem erklärenden Bildschirm ausgestattet, sodass Interessierte sich über das System informieren können. Er steht in der Bertha-von-Suttner-Str. 7 in Kassel.

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