Züchtung

Argentinien streitet über GVO-Weizen


"Es beginnt ein neues Zeitalter im Weizenanbau", wirbt das Untermehmen auf einem Demonstrationsfeld für seinen transgenen Weizen.
Matías Longoni
"Es beginnt ein neues Zeitalter im Weizenanbau", wirbt das Untermehmen auf einem Demonstrationsfeld für seinen transgenen Weizen.

Einigkeit herrscht in Argentinien darüber, dass ein gegenüber Trockenstress toleranter Weizen große Vorteile bietet. Trotzdem formiert sich Widerstand gegen eine Zulassung.

Eine transgene Weizensorte sorgt in der argentinischen Regierung für Streit. Während sich Präsident Mauricio Macri und sein Wissenschaftsminister Lino Barañao für eine Zulassung des GVO-Weizens aussprechen, rät der Staatssekretär für Landwirtschaft Luis Miguel Etchevehere davon ab, die neue Sorte in Argentinien anzubauen. In der vergangenen Woche trafen sich Vertreter der Regierung und der Agrarbranche im Präsidentenpalast, ohne eine einheitliche Position zu finden. Macri setzte den Teilnehmern eine Frist von 60 Tagen, um den Konflikt zu lösen, berichten argentinische Medien.

Joint Venture mit Florimond Desprez

Der transgene HB4-Weizen ist gegen Trockenstress tolerant und außerdem gegen den herbiziden Wirkstoff Glufosinat resistent. Die Sorte wurde von Trigall Genetics entwickelt einem Joint Venture des französischen Zuchtunternehmens Florimond Desprez und der agrentinischen Firma Bioceres. Das Gen HB4, das die bessere Anpassung an Trockenheit ermöglicht, stammt von Sonnenblumen.


Ein einem Punkt sind sich alle Beteiligten einig. Der von der argentinischen Firma Bioceres mit entwickelte Weizen bietet die Möglichkeit, die Erträge auf Grenzstandorten und in trockenen Jahren zu stabilisieren. Bioceres sieht im Falle eines Wassermangels gegenüber herkömmlichen Sorten einen Ertragsvorteil von 20 Prozent.

Farmer und Handel fürchten Probleme im Export

Dennoch überwiegen in der Agrarbranche die Vorbehalte gegen eine Zulassung. Landwirte und Händler verweisen auf mögliche Probleme im Export. Bisher habe kein Land für den transgenen Weizen eine Importzulassung erteilt. In Brasilien, dem wichtigsten Abnehmer von argentinischem Weizen, gilt eine Null-Toleranz gegenüber GVO-Weizen. „Man darf nichts genehmigen, das man an niemanden verkaufen kann“, forderte der Präsident des Bauerverbandes Confederationes Rurales Argentinas (CRA). Auch andere Branchenvertreter warnten davor, den GVO-Weizen zuzulassen ohne die möglichen Marktreaktionen zu berücksichtigen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats