Argentinien

Weizen und Mais verdrängen Soja

Argentinien rechnet mit einer Rekordernte von Getreide und Ölsaaten. Trotz der starken chinesischen Nachfrage verliert der Sojaanbau weiter an Bedeutung.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird sich auf die Sojabilanz Argentiniens auswirken. Die Exporte von Sojabohnen könnten sich bei einem anhaltenden Konflikt gegenüber dem Vorjahr auf 15,4 Mio. t vervierfachen, so die Einschätzung von Experten der Getreidebörse Buenos Aires in dieser Woche bei einem Kongress in der argentinischen Hauptstadt. Im Vergleich zur letzten normalen Ernte würde sich die Menge verdoppeln. Wegen der höheren Bohnenexporte werde die Verarbeitung im Inland und der Export von Sojaöl und -Schrot sinken. Das USDA ging im September-Wasde davon aus, dass Argentinien 8 Mio. t Sojabohnen exportiert.  

Nachhaltigere Fruchtfolgen

Die Landwirte in Argentinien bemühen sich um nachhaltigere Fruchtfolgen. Nach Schätzungen der Börse werden die Flächen für Weizen, Mais, Gerste, Sorghum und Sonnenblumen deutlich stärker ausgedehnt als jene für Sojabohnen (siehe Tabelle). Im Vergleich zum Jahr 2014/15 hat der Anteil der Sojabohnen um 8 Prozent auf nun 59 Prozent abgenommen. Dies ermögliche eine ausgewogenere Fruchtfolge und eine nachhaltigere Produktion, stellen die Experten der Börse fest.

Fläche
2014/15
in Mio. ha
Fläche
2017/18
in Mio. ha
Fläche
2018/19
in Mio. t*
Menge
2018/19
in Mio. t. *
Veränderung
zu 2017/18
in Prozent
Weizen 5,0 5,7 6,2 19,7 +10,7
Gerste/Sorghum 0,9 0,9 1,0 6,2 +1,6
Sonnenblume 1,4 1,8 1,9 3,9 +11,4
Mais 3,7 5,5 5,8 43,0 +35,6
Sojabohnen 20,0 17,7 17,9 51,0 +51,0

Quelle: Getreidebörse Buenos Aires, *Prognose


Forderung nach Rücknahme der Exportsteuern

Die gesamte Fläche der wichtigsten Kulturen wächst gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 33,5 Mio. ha. Darauf soll eine Rekordernte von 125,9 Mio. t eingebracht werden, das wäre ein Drittel mehr als im Vorjahr. Die Mais- und Sojabestände hatten im argentinischen Sommer unter der schwersten Dürre seit 50 Jahren gelitten, die zu massiven Ertragseinbußen führte. Für die aktuelle Kampagne seien die Voraussetzungen gut. „Wir haben eine Revanche gestartet, von der wir hoffen, dass sie verwirklicht wird", sagte der Präsident der Börse, Raul Cavallo, zu Beginn des Kongresses. Cavallo forderte die kürzlich eingeführten Exportsteuern aufzuheben, sobald das damit verbundenen Ziel, den Staatshaushalt zu sanieren, erreicht ist. Die Regierung müsse zudem mehr in das Schienen- und Autobahnnetz investieren. So könnten Kosten gesenkt und Unfälle vermieden werden.

Die Preise für Mais und Sojabohnen an den argentinischen Terminmärkten liegen für die Ernte im Frühjahr 2019 derzeit um 5 Prozent höher als im Vorjahr. Die im September eingeführten zusätzlichen Exportsteuern wirken sich offenbar kaum auf die Anbauentscheidungen aus.

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