Die Afrikanische Schweinepest rückt näher
Foto: Kauer/DJV
Die Afrikanische Schweinepest rückt näher

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt näher an die deutsche Grenze heran. Am Donnerstag wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien die Seuche festgestellt.

Die toten Wildschweine, bei denen ASP festgestellt wurde, seien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, gefunden worden. Das meldete das Bundesagrarministerium (BMEL) am Donnerstagabend. Genauer Fundort sei die Gemeinde Etalle in der südbelgischen Provinz Luxemburg, konkretisierte am Freitagmorgen die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) im Landtag in Hannover. Das ist etwa zehn Kilometer von der französischen und luxemburgischen Grenze entfernt. Festgestellt worden sei die Seuche bei zwei Wildschweinen.

Laut Kinast ist das Auftreten der Seuche in Belgien nicht "durch eine Wanderung infizierter Wildschweine über Hunderte von Kilometern aus Osteuropa" erklärbar. Es handele sich daher um einen "überraschenden und beunruhigenden Sprung" der ASP "nach Westen". Obwohl die angrenzenden Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland und Nordrhein-Westfalen "vermutlich noch nicht im Bereich der tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Restriktionsgebiete liegen", so Kinast weiter, habe die Bundesministerin bereits angekündigt, gemeinsam den Veterinärbehörden der Nachbarländer Frankreich, Luxemburg und Belgien die Länderübergreifende Zusammenarbeit bei der ASP-Bekämpfung zu intensivieren. 

Das BMEL stehe im ständigen Austausch mit Belgien und der EU-Kommission, hieß es weiter aus Berlin. „Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen", sagte dazu Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Bisher gibt es noch keinen ASP-Fall in Deutschland.

Das BMEL wies erneut auf die "strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hin und insoweit auf die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung". Zudem werden Jäger aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen. So soll sichergestellt werden, dass Untersuchungen auf ASP erfolgen.

Ministerinnen sehen sich gut vorbereitet

Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast teilte am frühen Freitagmorgen mit: "Wir haben es mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun". Der Ausbruch der ASP so dicht an der deutschen Grenze werde sehr ernst genommen. Die Nordrhein-westfälische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser sieht ihr Land gut für den Ernstfall gerüstet. Für sie sei die Schweineseuche damit in Westeuropa angekommen.

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