An der deutsch-dänische Grenze haben Bauarbeiter mit dem Bau eines 70 km langen Zauns begonnen. Dänemark will sich damit vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schützen. Kritiker sehen sehen die Maßnahme als nicht für sinnvoll.

Der Zaun ist etwa 1,50 m hoch und reicht einen halben Meter in die Tiefe. Damit sollen deutsche Wildschweine gehindert werden, über die Grenze von Schleswig-Holstein nach Dänemark überzusiedeln.
Vor knapp einem Jahr hatte die dänische Regierung seine Absicht mitgeteilt, einen Zaun an der Grenze zu bauen. Am gestrigen Montag setzten Arbeiter bei Padborg die ersten Pfosten. Der Zaun soll über die gesamte 70 km lange Landesgrenze gezogen werden.

Die dänische Regierung will mit dem Bauvorhaben die Schweinebranche im Land schützen. Ein Ausbruch der ASP, würde einen hohen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Wenn ASP auf änische Bestände überträgt, müssten nach dänischen Regierungsangaben alle Ausfuhren in Nicht-EU-Länder gestoppt werden. Laut Umweltministerium in Kopenhagen exportierten dänische Bauern 2016 Schweine für rund 4 Mrd. €, davon 1,5 Mrd. € in nicht EU-LÄnder. Bisher sind von ASP osteuropäische Länder betroffen, seit September 2018 sind in Belgien Schweine mit dem Erreger nachgewiesen worden. Jan Philipp Albrecht (Grüne), Agrarminister in Schleswig Holstein, zweifelt an der Notwendigkeit eines Zaunes zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein. "Das Virus breite sich vor allem über Menschen aus - durch Tiertransporte, Jagdreisen, infizierte Lebensmittel. Wichtig seien daher strenge Hygienemaßnahmen und Aufklärung", sagte Albrecht.
EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hält diese Maßnahme für wenig wirksam.#/AB#

EU unterstützt Maßnahmen nicht

Zäune entlang von Grenzen zwischen EU-Mitgliedstaaten sind eine Verschwendung von Steuermitteln, erklärte Andriukaistis nach dem EU-Agrarrat in Brüssel. Die EU unterstütze solche Maßnahmen nicht und schließe sich dem Urteil der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa) an. Danach können Zäune den Wildwechsel kaum verhindern. Straßen und Gewässer bieten den Wildschweinen immer wieder die Möglichkeit, die Seite zu wechseln. Etwas anders sei es, um einem Ausbruchsherd Zäune zur Eindämmung mit zur Hilfe zu nehmen, aber das habe mit den Grenzen zwischen den EU-Mitgliedstaaten nichts zu tun, führte der EU-Verbraucherkommissar aus. Auf dem EU-Agrarrat hatte vor allem Frankreich seine Sorge zum Ausdruck gebracht, dass die Seuche von Belgien ins Land komme. Deshalb arbeitet auch Frankreich zum Teil mit Zäunen in den Ardennen. Andiukaitis forderte die EU-Mitgliedstaaten zur verstärkten Kooperation auf, um die Wildschweinpopulation überall in der EU zu vermindern. Insgesamt bleibe die Seuchenlage nach Ansicht des EU-Kommissars angespannt. ASF bereite zur zurzeit von Russland mit einer großen Geschwindigkeit nach Osten Richtung Asien aus, berichtete Andriukaitis. Im Vergleich dazu sei die Lage in der EU stabiler.

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