ASP in Belgien

Drittländer machen dicht


Die ASP breitet sich im weiter in Europa aus. Das hat Folgen für den weltweiten Handel mit Schweinefleisch.
Karte: Friedrich Loeffler-Institut
Die ASP breitet sich im weiter in Europa aus. Das hat Folgen für den weltweiten Handel mit Schweinefleisch.

Neun Länder blockieren die Einfuhr von Schweinefleisch aus Belgien. Sie wollen sich damit vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) schützen. Allerdings exportiert Belgien die größten Mengen nach Deutschland und Frankreich.

Südkorea, China, Taiwan, Weißrussland, Mexiko, Philippinen, Südafrika, Japan und Singapur haben dem Import von Schweinefleisch aus Belgien gestoppt, obwohl dort noch kein einziger Nutztierbestand von der Seuche betroffen ist. Weitere Drittländer könnten folgen, teilte der belgische Landwirtschaftsminister Denis Ducarme jetzt mit. Das sei ein schwerer Schlag für den Sektor, weshalb die Regierung über Hilfen für ihre Erzeuger nachdenke.

Allerdings gingen 94 Prozent der belgischen Schweinfleischexporte in EU-Mitgliedstaaten, und die könnten nicht einfach die Grenzen zumachen, beruhigte Ducarme. Lieferungen in Drittstaaten machen daher nur einen kleinen Teil der Ausfuhren aus. 

Weiterer Export außerhalb der EU ist Verhandlungssache

Innerhalb des EU-Binnenmarktes gilt für eine von der ASP betroffene Region eine Exportsperre von drei Jahren nach dem jüngsten ASP-Fall. Wie groß die gesperrte Region inklusive Pufferzone rund um den Ausbruchsort ist, wird auf EU-Ebene festgelegt. Der Handel mit Drittstaaten ist zunächst einmal eingestellt. Es muss dann mit den einzelnen Import-Ländern ausgehandelt werden, ob diese weiterhin Schweine und Schweinefleisch aus den nicht-betroffenen Gebieten des Lieferlandes abnehmen wollen.

In der betroffenen Region im Süden der südbelgischen Provinz Luxemburg gibt es zwar Freilandhaltungen von Schweinen, aber es ist keine Schwerpunktregion für die Schweinemast wie die Provinz Flandern.

Eine Delegation von Experten der EU-Kommission hat sich am vergangenen Wochenende ein Bild der Lage vor Ort in Belgien gemacht. „Die Kooperation ist optimal“, lobte EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis die Seuchenbekämpfung in Belgien. Ministerien, Behörden, Landwirte und Jäger arbeiteten gut zusammen. 

Kommission: Lage weiterhin besorgniserregend in Rumänien

In Rumänien sei die Lage weiterhin besorgniserregend, betonte Andriukaitis. Mehr als 900 Infektionen in Nutztierbeständen werden aus Rumänien gemeldet. Betroffen sind dort nicht nur Kleinstbetriebe, sondern auch marktorientierte größere Schweinfleischerzeuger. Ziel sei es, die ASP-Fälle auf den Osten von Rumänien zu beschränken und eine Ausbreitung der Seuche in den westlichen Landesteil zu verhindern, erklärte der EU-Gesundheitskommissar.

„Leider verbreitet sich das Virus sehr schnell“, räumte der rumänische Agrarminister Petre Daea in dieser Woche ein. Er warnte seine Landsleute von Schlachtungen ohne vorherige Veterinärkontrollen; eine Vorgehensweise, die in Rumänien eine erhebliche Rolle bei der Ausbreitung der Schweinepest spielen soll. Die rumänische Veterinärbehörde ANSVSA hält fest, dass es inzwischen in 13 Bezirken in 200 Orten ASP-Infektionen gebe und etwa 230.000 Tiere kontrolliert geschlachtet wurden, um gegen die Seuche vorzugehen.

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