ASP

Kürzere Schonzeit für Wildschweine


Der Wildschweinbestand in Nordrhein-Westfalen wächst weiter – und mit ihm das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das Umweltministerium in Düsseldorf will deshalb einer intensiveren Wildschwein-Jagd Vorschub leisten.

In der Jagdsaison 2016/17 wurden in NRW rund 39.000 Wildschweine erlegt, und somit 4.500 mehr Tiere als 2015/16. Das meldet das Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Düsseldorf am Dienstag und bezieht sich auf die Jagdbilanz 2016/17.

Um das Risiko einer Ausbreitung der ASP zu verringern, will das Ministerium eine „intensivere Bejagung der anhaltend hohen Wildschwein-Bestände“ fördern, so Ressortchefin Christina Schulze Föcking (CDU). Dazu hat das Ministerium jetzt per Erlass die unteren Jagdbehörden angewiesen, die Schonzeit für Wildschweine „mit sofortiger Wirkung“ bis zum 31. März 2021 aufzuheben. Ausgenommen seien Muttertiere mit Frischlingen unter 25 Kilogramm. Weitere Maßnahmen bis hin zu Notfallplänen für den Ausbruchsfall werden nach Informationen aus Düsseldorf derzeit mit den anderen Bundesländern erörtert.

In der Landwirtschaft wächst die Sorge über eine mögliche Ausbreitung der ASP, denn die Seuche rückt mit jüngsten Fällen an der tschechisch-slowakischen Grenze und in der Region um die polnische Metropole Warschau näher. Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hatte die möglichen Schäden für die Landwirtschaft Anfang der Woche gegenüber der Süddeutschen Zeitung mit 2 Mrd. € pro Jahr beziffert, da im Seuchenfall Exportstopps für Schweinefleisch aus betroffenen Regionen in Drittstaaten drohen. Rechne man die Kosten für die Seuchenbekämpfung und die gesamte Ernährungswirtschaft hinzu, seien schnell Beträge in „zweistelliger Milliardenhöhe“ fällig, so Krüsken weiter.

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