Aufsichtsrat

Südzucker besiegelt fünf Fabrikschließungen


In Warburg können Landwirte ab 2020 keine Rüben mehr anliefern.
Bild: Südzucker
In Warburg können Landwirte ab 2020 keine Rüben mehr anliefern.

Das Aus für die Zuckerfabriken in Warburg und Brottewitz hat der Südzucker-Aufsichtsrat beschlossen. Auch in Frankreich und Polen machen Werke dicht.

Die Restrukturierungsplan für die angeschlagenen Zuckersparte von Südzucker fällt heftiger als erwartet aus. Am Montag hat der Südzucker-Aufsichtsrat die Schließung von fünf Zuckerfabriken mit einem jährlichen Volumen von 700.000 t beschlossen. 400 Landwirte und Mitarbeiter demonstrierten vor der Zentrale in Mannheim am Montag. Nach der Kampagne 2019 sollen zwei Fabriken in Deutschland (Brottewitz und Warburg) und zwei der französischen Tochtergesellschaft Saint Louis Sucre (Cagny und Eppeville) geschlossen werden. Das Werk der polnischen Tochtergesellschaft Südzucker Polska in Strzyżów soll schon früher aufhören. Die Nachbarfabriken der betroffenen Zuckerfabriken sollen mit Investitionen gestärkt werden, teilt die Südzucker in einer adhoc-Meldung mit. Die Brottewitzer könnten nach Zeitz ausweichen, die Warburger nach Warbern. Sparen will Südzucker auch in der Verwaltung an den Standorten in Belgien, Deutschland, Frankreich und Polen.

Bereits Ende Januar hatte der Südzucker-Vorstand seinen Restrukturierungsplan vorgelegt. Seitdem gab es in den Zuckerfabriken in Warburg und Brottewitz viele Demonstrationen und Mahnwachen vor den Fabriken. Im Bundesagrarministerium soll eine Expertenrunde mit der Zuckerwirtschaft installiert werden, um die Branche zu unterstützen. Europas größter Zuckerproduzent rechnet mit Einsparungen durch die Maßnahmen in Höhe von 100 Mio. € jährlich. Die Restrukturierungsaufwendungen innerhalb der nächsten Jahre können insgesamt 180 bis 220 Mio. € betragen, wovon rund 70 Prozent liquiditätswirksam sein werden. Die genauen Auswirkungen auf das operative Ergebnis in den kommenden Geschäftsjahren seien noch nicht absehbar, heißt es in der Mannheimer Zentrale. Für das am 28. Februar zu Ende gehende Geschäftsjahr 2018/19 erwartet Südzucker in der Zuckersparte einen Verlust von 250 Mio. €.

Die konkreten finanziellen Auswirkungen für das Geschäftsjahr 2018/19, unter anderem auch aus der Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwills, werden erst im Rahmen der Aufstellung des Jahresabschlusses ermittelt. Diese finanziellen Auswirkungen betreffen das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen. Die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2018/19 für Umsatz und operatives Ergebnis wird hiervon nicht beeinflusst.

 

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats