Außenhandel

Klima für Geschäfte mit Russland bleibt positiv

Dr. Wolfgang Büchele plädiert für den schrittweisen Abbau von Sanktionen gegen Russland.
Foto: J_Struck
Dr. Wolfgang Büchele plädiert für den schrittweisen Abbau von Sanktionen gegen Russland.

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Russland entwickelt sich sehr dynamisch. Deutsche Ausrüstungshersteller verzeichnen gute Geschäfte.

Die Wirtschaft in Russland entwickelt sich insgesamt wieder positiv. Die seit 2014 herrschende "schmerzhafte Rezession ist im Jahr 2017 einer Trendwende gewichen", sagte der Vorsitzende des Ostausschusses der deutsche Wirtschaft (OA), Dr. Wolfgang Büchele, heute in Berlin am Rande der deutsch-russischen Mittelstandskonferenz. Das gesamte Handelsvolumen zwischen Deutschland und Russland habe sich im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf insgesamt 57 Mrd. € erhöht. Dabei legten die Ausfuhren aus Deutschland im Jahresvergleich um 4,3 Mrd. € auf rund 26 Mrd. € zu, die Importe aus Russland stiegen um gut 18 Prozent auf 31 Mrd. €. Für das laufende Jahr 2018 wird mit einer weiteren Steigerung um 10 bis sogar 15 Prozent gerechnet. Dennoch werde weiterhin eine große Differenz zum Rekordjahr 2012 bestehen, in welchem sich das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern auf rund 80 Mrd. € belief.

Es sei beeindruckend zu sehen, in welchen Größenordnungen und mit welchem technischem Input Landwirtschaft in Russland an vielen Stellen betrieben werde, sagte Büchele. Getrieben worden sei diese Entwicklung durch den im Jahr 2014 als Reaktion auf EU-Sanktionen von Russland verhängten Stopp von Lebensmittelimporten aus der EU.  Er gehe nicht davon aus, dass diese Restriktionen kurzfristig aufgehoben werden. Mittelfristig jedoch sei damit zu rechnen. Dann würde die nach und nach hochentwickelte russische Land- und Ernährungswirtschaft auf dem Weltmarkt mit ihren Wettbewerbern unter Marktbedingungen konkurrieren.

Von den laufenden Investitionsprozessen in die Land- und Ernährungswirtschaft würden in besonderer Weise deutsche Unternehmen profitieren, führte Büchele aus. Dies betreffe sowohl die aus Deutschland geleiferten Ausrüstungsgegenständen als auch die in Russland produzierenden deutschen Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft fordere keinesfalls die sofortige Aufhebung bestehender Exportsanktionen für eine Vielzahl von Gütern, betonte der Vorsitzende des OA-Ausschusses. Doch sollte nach und nach ein "Einstieg in den Ausstieg" erfolgen, mahnte er.
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