Außenhandel

Polen wichtiger als Großbritannien


Der Export in osteuropäische Länder gewinnt für die Deutsche Wirtschaft zunehmend an Bedeutung, berichtet der Ost-Ausschuss - Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV). In der Liste der 20 wichtigsten Handelspartner liegt Polen mittlerweile vor Großbritannien.

„Nie war die EU-Osterweiterung so wertvoll wie heute“, kommentiert der Vorsitzende des Ost-Ausschuss – Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft, Wolfgang Büchele, die Handelszahlen für das erste Halbjahr 2019. Der engen Verflechtung der deutschen Wirtschaft mit EU-Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei sei es mit zu verdanken, dass der deutsche Export überhaupt noch Wachstum vermelden könne, so Büchele. 
 
Nach den vom OAOEV ausgewerteten Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die deutschen Exporte in alle 29 Länder Mittel- und Osteuropas von Januar bis Juni 2019 um 2,2 Prozent, während die deutschen Gesamtexporte nur noch um 0,6 Prozent zulegen konnten. Die Wachstumslokomotive der Region sei Polen. So habe der deutsch-polnische Handel in den ersten sechs Monaten 2019 um starke fünf Prozent auf erstmals über 60 Milliarden Euro zugelegt. Polen habe damit in der Liste der 20 wichtigsten deutschen Handelspartner Großbritannien überholt und sich an sechster Position platziert. Der Abstand zu Italien auf Platz fünf habe sich weiter verringert. Tschechien erreichte Platz zehn.

Inzwischen gehen rund 20 Prozent aller deutschen Exporte in die Region, so der OAOEV. Allein das deutsche Handelsvolumen mit den vier Viségrad-Staaten Polen, Tschechien, Ungarn und Slowakei habe im ersten Halbjahr 2019 mit einem Volumen von zusammen 150 Mrd. Euro den Wert des Güterverkehrs mit China  in Höhe von 100 Mrd. Euro um rund 50 Prozent übertroffen.
 
Rückschläge dagegen seien im ersten Halbjahr im deutschen Handel mit Russland zu verzeichen, das bis zum Jahr 2012 noch wichtigster deutscher Handelspartner in Osteuropa gewesen sei. Seit der Einführung gegenseitiger Sanktionen vor fünf Jahren sei der Rückstand von Russland zu Polen stark gewachsen. Im ersten Halbjahr 2019 war der deutsch-russische Handel um 3,5 Prozent gesunken und erreicht mit einem Volumen von 30 Mrd. Euro nur noch die Hälfte des deutsch-polnischen Handels. Deutschland bleibe mit diesem Ergebnis zwar der zweitwichtigste Handelspartner Russlands weltweit, der Abstand zu China vergrößere sich jedoch immer weiter. 
 
 

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