Außenhandel

Weizenimporteure setzen auf Preis-Hedging


Um plötzlichen Preisspitzen bei Weizen zu begegnen, ziehen die weltweit größten Weizenimportländer eine für Staaten noch recht ungewöhnliche Praxis in Betracht. Sie wollen auf Absicherungsinstrumente (Hedging) zurückgreifen, wie sie etwa bei privaten Unternehmen üblich sind. 

Ägypten etwa ist abhängig vom Import von subventiniertem Weizen, um Millionen Menschen satt zu bekommen. Das Land sei in ersten Gesprächen für Pläne, um sich gegen steigende Weizenpreise abzusichern, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg und zitiert dabei den ägyptischen Finanzminister Mohamed Maait. 

Die Pläne stecken laut Bloomberg noch in den Kinderschuhen. Aber die Nachrichtenagentur sieht darin eine dramatische Entwicklung auf den Weizenmarkt zukommen. Zwar sei es im Privatsektor üblich, Rohstoffkäufe abzusichern. Unter Staaten sei diese Vorgehensweise aber selten. Das bemerkenswerteste Beispiel sei Mexiko, das seine Ölexporte seit mehr als 20 Jahren über solche Instrumente absichert. 

Die Entwicklung sei ein Zeichen, dass künftige Weizenpreisschwankungen von großen Käufern sehr ernst genommen würden, zitiert Bloomberg einen Analysten der Rabobank. 

Ägypten plant für die Saison 2018/19 den Zukauf von 12,5 Mio. t Weizen. Das geht aus Schätzungen des US-Landwirtchaftsministeriums hervor. Die Weltbank und der Internationale Währungsfond (IWF) haben insbesondere Schwellenländer dazu ermutigt, ihre offenen Rohstoffpositionen abzusichern und sich dabei auf die positiven Erfahrungen Mexikos berufen. 

Dennoch zeigt die Nachrichtenagentur auch Nachteile und Risiken dieser Strategie auf. So seien die Gebühren für solche Geschäfte für Staaten relativ teuer. Ebenso könnte es zu politischen Unruhen kommen, sollte sich ein Land absichern und der Markt verlaufe nicht wie erwartet. 

 

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