Auszeichnung

Forschung für weniger Tierversuche


Der amtierende Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt überreicht heute in Berlin den 36. Tierschutzforschungspreis. Ausgezeichnet wird die Entwicklung eines Biochips, durch den Versuche an Tieren vermieden werden können.

Der mit 25.000 € dotierte Tierschutzforschungspreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geht in diesem Jahr an den Privatdozenten Dr. Alexander S. Mosig von der Arbeitsgruppe Inspire für die Entwicklung und Etablierung von Gewebemodellen menschlicher Organe.


"Wir haben am Universitätsklinikum Jena Biochip-Systeme zur Nachbildung unterschiedlicher Funktionen menschlicher Organe im Labor entwickelt. Diese „Organ-on-chip“ Systeme nutzen wir in der Grundlagenforschung zur Untersuchung der Ursachen von Entzündungen und Infektionen, aber auch bei der Entwicklung neuer Therapieoptionen",erklärt der Preisträger Dr. Mosig. In gemeinsamen Forschungsprojekten mit Kollegen aus der Medizin, der Chemie und der Pharmakologie habe er mit diesen Systemen bereits mehrfach Tierversuche erfolgreich ersetzen und so das Leiden von Versuchstieren vermeiden können. Mosig sieht in der Verleihung des Preises einen Ansporn, seine Arbeiten weiter auszubauen und damit einen Beitrag zum vollständigen Ersatz von Tierversuchen in der Zukunft leisten zu können.

Ziel sei es, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu beschränken und Versuchstieren den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten, bekräftigte auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bei der Preisübergabe.

Er habe im Rahmen der Initiative „Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“ auch im Herbst 2015 das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eröffnet. Damit nehme Deutschland bei der Entwicklung von Alternativen zu Tierversuchen eine Vorreiterrolle ein.

Auszeichnung für mehr Tierschutz
Der Tierschutzforschungspreis wird für innovative, zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben, die einen Beitrag zur Entwicklung von Methoden und Verfahren leisten, durch die Tierversuche ersetzt oder eingeschränkt werden können. Die Auszeichnung wird seit 2001 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vergeben. Von 1980 bis 2000 wurde der Preis vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) verliehen. Die Vergabe des Preises erfolgt auf Vorschlag eines unabhängigen Preiskuratoriums.

Obwohl heute schon viele Fragen der Wissenschaft durch den Einsatz von Zellkulturen, computergestützte Verfahren und weitere Alternativmethoden beantwortet werden können, kann auf den Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Zwecke – unter anderem in der medizinischen Forschung – noch nicht vollständig verzichtet werden.

 
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