az-Wochenstart: Zahlen aus Dänemark, Bilanz der Erntesaison

az-Wochenstart:Was Wichtig Wird

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az).

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Um die Agrarpolitik bleibt es in dieser Woche noch vergleichsweise still. Dafür bietet die Welt der Zahlen, Daten und Fakten mehr Abwechslung: Der dänische DLG-Konzern legt seine Halbjahresbilanz für 2020 vor. Und der Deutsche Bauernverband lädt zur Bestandsaufnahme der diesjährigen Ernte ein.

Halbjahreszahlen aus Dänemark

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Direkt am Montag legt der dänische DLG-Konzern seine Halbjahresbilanz vor. Das ist schon alleine deshalb spannend, weil die DLG die Muttergesellschaft der HaGe Kiel ist und in der Vergangenheit nicht müde wurde zu betonen, auf dem deutschen Agrarhandelsmarkt noch Pläne zu haben. Zumindest hieß es bei Vorstellung der DLG-Bilanz für 2020 noch, man halte nach Wachstumsmöglichkeiten weiter Ausschau. Auch wenn die Dänen einräumen, dass der deutsche Agrarhandelsmarkt ein schwieriges Feld ist: Auf der Hauptversammlung der HaGe Ende Juni hat DLG-CEO und HaGe-Aufsichtsratschef Kristian Hundebøll  zumindest klargestellt, dass er für das Getreidehandelsgeschäft der Kieler noch Luft nach oben sieht. Die Kieler wiederum sind derzeit, wie gefühlt alle Agrarhändler, dabei, ihre Strukturen zu optimieren, um kostenschonender und effizienter zu arbeiten. Mit Wirkung zum 1. März dieses Jahres hat die HaGe daher die Geschäftsgebiete HaGe Nordland und Schleswig-Holstein zur Region HaGe Nord zusammengelegt. Davon verspricht sich der Agrarhändler eine Absenkung der Prozess- und Strukturkosten. Außerdem will die HaGe ihr Standortnetz optimieren, also verschlanken, und zeigt sich auch ausdrücklich dafür offen, Silos gemeinsam mit Landwirten zu betreiben.


Doch die HaGe ist nicht die einzige Tochter der Dänen: Im Mischfutterbereich wären da noch Vilofoss und im Energiebereich die team AG. Bei Vorstellung der Konzernbilanz für 2019 hatte DLG-Chef Hundebøll  das Marktumfeld im Bereich der Tierernährungstochter Vilofoss im Jahr 2020 als günstig eingeschätzt, damals noch mit Blick auf die im Zuge der Afrikanischen Schweinepest im Reich der Mitte sprunghaft gestiegenen Importe von Schweinefleisch in China. Doch dann kam bekanntlich Corona mit massenhaften Infektionen und vorübergehenden Produktionsstopps in der deutschen Schlachtbranche sowie zumindest zeitweisen Irritationen in den Lieferketten nach Asien. Die Zwischenbilanz zum Wochenauftakt wird womöglich Aufschluss darüber geben, wie viel von dieser Zuversicht übrig geblieben ist. (Foto: Imago Images / Blickwinkel)

Bilanz einer Erntesaison mit Tücken

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Die deutsche Getreide- und Rapsernte ist nahezu abgeschlossen. Deshalb lädt der Deutsche Bauernverband (DBV) am Dienstag zur Pressekonferenz, um die Bilanz der diesjährigen Ernte zu ziehen. Und die Kampagne 2020 hat einige Irritationen für Landwirte und andere Beteiligte am Getreidemarkt bereitgehalten. Kopfzerbrechen hat die Frühjahrstrockenheit vielen Erzeugern bereitet und in einigen Regionen, vor allem im Osten, deutliche Spuren in der Ertragsbildung bei Gerste hinterlassen. "Taube Ähren" waren in dem Zusammenhang ein häufig genanntes Schlagwort. Rätsel gab das Statistische Bundesamt Marktteilnehmern auf, als es Anfang des Monats die Anbauflächen für Getreide deutlich nach unten revidierte. Das veranlasste den Deutschen Raiffeisenverband (DRV) erst in der vergangenen Woche, seine Ernteschätzung 2020 auf knapp 42,9 Mio. t Getreide in Deutschland abzusenken. Alleine beim Winterweizen hat Destatis eine Anbaufläche veröffentlicht, die gut 9 Prozent kleiner als im Vorjahr ausfallen soll. Deshalb fällt die jüngste Schätzung des DRV für die deutsche Weizenernte auch deutlich pessimistischer aus als noch im Juli geschätzt: Jetzt erwartet der Verband nur noch 21,4 Mio. t, statt der zuvor prognostizierten 22,5 Mio. t. Der DBV hat übrigens schon in seiner letzten Schätzung vor der Erntebilanz-PK die Weizenernte mit nur 21,4 Mio. t angegeben. Dabei war der Bauernverband bereits von einer kleineren Erntefläche ausgegangen, war allerdings nicht so pessimistisch wie Destatis. Am Dienstag weiß der Getreidemarkt, ob der DBV bei seiner Erntebilanz in Sachen Pessimismus den Vogel abschießen wird. (Foto: Imago Images / BildFunkMV)

 

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