Baden-Württemberg

Öko-Monitoring zeigt Verlässlichkeit bei Bio-Produkten


An keinem Biosiegel hatte das Land Baden-Württemberg etwas zu beanstanden.
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An keinem Biosiegel hatte das Land Baden-Württemberg etwas zu beanstanden.

Ob Zusatzstoffe, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel oder gentechnisch veränderte Organismen: In Baden-Württemberg prüft ein Öko-Monitoring, ob wirklich Bio drin ist, wenn Bio drauf steht.

Baden-Württemberg untersucht im Öko-Monitoring Bio-Lebensmittel auf erwünschte und unerwünschte Inhaltsstoffe und vergleicht die Ergebnisse mit Werten konventionell erzeugter Lebensmittel. Im aktuellen Test wurden etwa 15.000 Proben untersucht, am häufigsten Obst und Gemüse. Der Schwerpunkt der Untersuchungen lag zudem auf Rückständen von Pflanzenschutzmitteln.

Das Ergebnis: Das Öko-Monitoring hat laut dem zusammenfassenden Bericht des Landes gezeigt, dass Bio-Lebensmittel vollkommen zu Recht einen guten Ruf haben. Auf das Öko-Siegel sei Verlass, heißt es weiter. In den wenigen Fällen, in denen das Öko-Monitoring Schwachstellen aufgezeigt habe, reagierte die Branche laut Angaben des Landes schnell, die Mängel wurden abgestellt.

Bereits das zwölfte Jahr in Folge war gentechnisch veränderter Mais in Öko-Lebensmitteln auf Maisbasis nicht mehr nachweisbar, so der Bericht. Seit Jahren wiesen zudem frisches Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau weniger Rückstände auf als konventionell erzeugte Ware, auch im Jahr 2018 sie dies der Fall gewesen. 

Da das Monitoring neben ökologisch erzeugten Produkten auch konventionelle Produkte untersucht, konnten auch hier für Verbraucher erfreuliche Dinge festgestellt werden. So hätten sowohl die Öko-Rohschinken als auch die konventionellen Rohschinken die Grenzwerte für Natriumnitrit und Natriumnitrat eingehalten. Nach den Ergebnissen seien zudem Gurken und Karotten aus ökologischem ebenso wie aus konventionellem Anbau bezüglich ihrer mikrobiologischen Qualität auch zum Rohverzehr gut geeignet.

Sojaprodukte im Fokus

Deutlichere Unterschiede zwischen bio und konventionell bestehen dem Bericht zufolge nach wie vor bei Sojaprodukten. Sowohl der Anteil positiver Proben als auch deren Verunreinigungsgrad durch gentechnisch veränderte Sojapflanzen sei geringer als bei konventioneller Ware gewesen. Im Vergleich zum Vorjahr habe allerdings sowohl bei Bio-Soja als auch bei konventioneller Ware der Anteil positiver Proben leicht zugenommen. Bei Öko-Soja gab es seit Bestehen des Ökomonitorings jedoch niemals Anteile von mehr als 0,1 Prozent gentechnisch veränderter Soja-Pflanzen, während dies bei konventioneller Soja-Erzeugnissen regelmäßig der Fall gewesen sei.

Das Monitoring im Überblick
Folgende Produkte wurden untersucht: 
Obst und Gemüse, Eier, Fleisch und Wurst, Fisch und Krebstiere, Nüsse, Honig, Getreide und Saaten, Süßwaren, Getränke (alkoholfrei und alkoholisch), Tee und Kaffee, Nahrungsergänzungsmittel, Fertiggerichte, Baumwolltextilien, Naturkosmetika

Auf folgende Stoffe wurden die Lebensmittel geprüft: Pflanzenschutzmittel und bestimmte Kontaminanten, Gentechnisch veränderte Organismen (GVO), Rückstände von Antibiotika, Schimmelpilzgifte (Mykotoxine), Bestrahlung, Herkunftsnachweis, Echtheitsüberprüfung, mikrobiologische Qualität, Prozesskontaminanten: Acrylamid, Furan, Trans-Fettsäuren, Pyrrolizidinalkaloide, Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker.


"Wo Bio draufsteht, steckt Bio drin. Das zeigen die neuen, staatlichen Test-Ergebnisse des Öko-Monitorings Baden-Württemberg auch dieses Jahr wieder", so der Vorstand für Verarbeitung des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Volker Krause.

Bio-Lebensmittel seien aus seiner Sicht die sichersten am Markt. Weil Bio-Bauern keine chemisch-synthetischen Mittel einsetzten, seien diese natürlich auch nur in Ausnahmefällen mit solchen verunreinigt. Rückstände könnten aber nicht komplett ausgeschlossen werden, so Krause weiter. Solange der Großteil der Landwirtschaft auf Agrarchemie setze, belasteten Kontaminationen die gesamte Umwelt.

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