Bauernprotest

Land schafft Verbindung verkündet Demo-Termin


Auch in der Hauptsstadt sind wieder Proteste geplant.
Foto: imago images/STPP
Auch in der Hauptsstadt sind wieder Proteste geplant.

In gut einer Woche wollen die Bauern wieder demonstrieren. Neben Treckerkonvois schmiedet die Bewegung weitere Pläne. Zugleich warnt ihr Kopf, Dirk Andresen, vor einer Radikalisierung.

Der Kopf der Gruppe „Land schafft Verbindung“-Deutschland“ (LsV) fordert eine „Richtungsveränderung“ sowohl für die deutsche Landwirtschaftspolitik als auch für die europäische. „Die Politik hört uns, wir bekommen Verständnis, aber es fehlen Ergebnisse“, kritisiert Dirk Andresen in einer Videobotschaft in dieser Woche. Am 5. März soll deswegen wieder bundesweit demonstriert werden, verkündet Andresen. Für die kommende Demonstration plant die Gruppe sowohl Landhandel, Verantwortliche im ländlichen Raum und Verbraucher mit ins Boot zu holen. „Ausgegoren“ sei dies allerdings noch nicht, meint er gegenüber der agrarzeitung (az). „Ich kann noch nichts über die Teilnehmerzahlen sagen“, so Andresen weiter.

Selbstversorgung als zentrales Thema

Die Gruppe will grundsätzlich neue Akzente setzen und sich über Trecker-Konvois hinaus sowohl in Sitzstreiks üben als auch mehrtägig demonstrieren. In Berlin könnte das Bundesumweltministerium ein möglicher Ort für den geplanten Protest werden, sagt Andresen gegenüber der az. Zudem werde man sich einem zentralen Thema widmen: Werbung für die regionale Landwirtschaft will LsV unter anderem vor dem Hintergrund des Corona-Virus und „abreißenden Handelsströmen“ machen, lässt Andresen durchblicken. Vor diesem Hintergrund könne sich niemand leisten, dafür die Verantwortung zu übernehmen, dass die „Selbstversorgung in Gefahr“ gerate.

Demonstration: Bauernprotest erreicht das Regierungsviertel



Und in einem weiteren Punkt scheint sich etwas gewandelt zu haben. Während Johanna Mandelkow, Organisatorin der Berliner Bauern-Demo im November, in der Vergangenheit noch Entwarnung bezüglich einer möglichen Radikalisierung der Bewegung gegeben hatte, tut dies Andresen jetzt nicht mehr. „Ich kann nicht garantieren, dass abseits von unseren Planungen, weitere Aktionen geplant werden“, stellt Andresen gegenüber der az fest. In sozialen Netzwerken werden der Unmut und die Ungeduld deutlich, darauf habe er keinen Einfluss. Es schade zwar der Sache, wenn sich die Bewegung radikalisiere und „unkontrolliert eigene Aktionen mache“ und „ich stehe auch nicht dahinter, aber ich kann auch nichts machen“, sagt er.

Andresen: „Politik für Berufsstand fehlt“

Während Andresen per Videobotschaft zur nächsten Demo aufruft, verweist er auf eine wirtschaftliche Perspektivlosigkeit von Landwirten, ausgelöst durch eine verschärfte Düngeverordnung, eine „lediglich ausgesetzte“ Nutztierhaltungsverordnung, eine teure inländische Produktion, die mit ausländischer Importware konkurrieren müsse und den Lebensmitteleinzelhandel, der die Preise weiterhin senke, wie es im beliebe. „Der Bauer ist und bleibt der Dumme“, resümiert Andresen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Frauke Bielefeld
    Erstellt 25. Februar 2020 19:37 | Permanent-Link

    Der Verbraucher ist letztendlich der Dumme. Wenn billig das einzige Kriterium ist, das für menschliche Ernährung zählt, ist es nicht verwunderlich, dass beim König Kunde nur billig ankommt. Was heutzutage in die besten landwirtschaftlichen Urprodukte zum Strecken gepanscht wird ist unglaublich - aber sei's drum, der Verbraucher erfährt es vom Einzelhandel ja nicht. Eigentlich müsste jeder der täglich essen möchte mit den Bauern auf die Straße um für gesunde Ernährung zu kämpfen. Seinem Auto würde der Deutsche eine vergleichbare Ernährung nicht zumuten.

stats