Bauernproteste

Klöckner: Keine Rolle rückwärts

Ihre Aufgabe als Ministerin sei es, einen Kompromiss für alle zu finden, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.
Bild: CDU Rheinland-Pfalz
Ihre Aufgabe als Ministerin sei es, einen Kompromiss für alle zu finden, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

In puncto Agrarpaket und Düngeverordnung werde es kein Zurückweichen geben, sagt Julia Klöckner. Bei der Umsetzung würden Landwirte aber Hilfe erhalten.

Zur Vorstellung des alle vier Jahre erscheinenden Agrarberichts (in der aktuellen Ausgabe der agrarzeitung) heute in Berlin, muss Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Fragen zu den Bauernprotesten beantworten. Inwieweit sie bereit sei, Zugeständnisse an die gegen das Agrarpaket demonstrierenden Landwirte zu machen? Klöckner antwortet: "Ich verlange den Landwirten nichts ab, wobei ich nicht behilflich sein werde." Der Insektenschwund sei allerdings wissenschaftlich belegt, weswegen es keine Rolle ruckwärts geben könne. Zudem sei vielen gar nicht klar, dass dieses zunächst Leitlinien umfasse, die erst noch in Gesetzen verabschiedet werden müssten, an deren praxistauglicher Umsetzung, sich auch Verbände beteiligen dürften.

Darüber hinaus bekräftigt sie, dass die Strömungen innerhalb der Landwirtschaft sehr unterschiedlich seien. Einigen würden das Aktionsprogramm Insektenschutz beispielsweise nicht so negativ bewerten, wie andere. Als Beispiel für die Unterschiedlichkeit innerhalb der Branche nennt diese Bewegungen wie, "Wir haben es satt" und "Wir machen euch satt".

Die aktuellen Proteste, für die sich die Branche innerhalb kürzester Zeit über soziale Netzwerke zusammen geschlossen habe,  nehme sie sehr ernst, bekräftigte sie in Berlin. Sie wolle daher gegenüber Landwirten Klartext reden: "Was kommt auf sie zu? Wo liefern wir Unterstützung?" Als weiteren wichtigen Aspekt will sie die Wertschätzung gegenüber der Branche verbessern. Einen Termin für den gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplanten Landwirtschaftskongresse gebe es allerdings noch nicht. Dieser habe zum Ziel, Landwirtschaft und Gesellschaft zu versöhnen.

Als wenig zielführend beurteilte sie maximale Forderungen innerhalb einzelner Wirtschaftszweige innerhalb der Branche. "Landwirtschaft ist zwar bundesweit sehr diversifiziert", sagte sie. Es nütze allerdings wenig, wenn Verbandssprecher oder Verantwortliche für tendenziell tierhaltende Regionen versus ackerbaulich geprägte, maximale Forderungen stellten. Ihr Ziel als Politikerin müsse immer sein, einen Kompromiss für alle zu finden.

2 Kommentare

  1. Hans-Eggert Rohwer
    Erstellt 24. Oktober 2019 05:48 | Permanent-Link

    Wir wären ja schon froh, wenn Sie sich mal für uns Landwirte einsetzen würde
    und nicht immer nur nachgibt.
    In der langen Reihe aller Landwirtschaftsminister-/in kommt sie sicherlich sehr weit hinten

  2. Schneider Michael
    Erstellt 25. Oktober 2019 13:19 | Permanent-Link

    Leider hatte mir Frau Klöckner eine negative Antwort auf meine Futterstrategie gegeben, so wird keine Agrarwende, aber am DLG Feed Day habe ich eine gute Ressonantz bekommen, Schluss mit Soja Mais Müll Futterstrategie, absolute Regionalität ist gefragt.

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