Bayerischer Bauernverband

Keine Frist für Anbindehaltung


Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes spricht sich erneut vehement gegen eine feste Frist für ein Verbot der Anbindehaltung aus. Er sagte aber auch, dass die ganzjährige Anbindehaltung keine Haltungsform der Zukunft ist.

„Wir stehen zur Weiterentwicklung, aber das ist ein dynamischer Prozess, der behutsam vollzogen werden muss“, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Walter Heidl am heutigen Dienstag vor der Presse in München. Er lehnt es deshalb ab, „dass man die Entwicklung mit einer Frist übers Knie bricht – und man denen, die noch mit Anbindehaltung wirtschaften, den Stuhl vor die Tür stellt.“ Gerade in kleineren Betrieben, viele davon mit dieser Haltungsform, sei der Umgang der Bäuerinnen und Bauern mit ihren Tieren oft ein guter, so Heidl. Zugleich bezweifelt der BBV-Präsident, dass es beim Bund der Deutschen Landjungend (BDL) zu diesem Thema je ein einheitlich beschlossenes Positionspapier gegeben habe. Ein entsprechendes Papier mit verbindlichen Übergangsfristen wurde vom BDL im vergangenen Sommer veröffentlicht, später aber wieder zurückgezogen. Der Deutsche sowie der Bayerische Bauernverband hätten keinen Druck auf den BDL ausgeübt. „Unsere Jungend ist viel zu selbstbewusst, als dass sie sich von außen beeinflussen ließe“.


In der öffentlichen Debatte um die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft vermisst Heidl zuweilen die nötige Fairness und Sachlichkeit. Die Bauern stünden zeitweise in einem Dauerfeuer der Kritik, die nicht immer begründet sei. Doch wir können und wollen nicht einfach, Ja und Amen sagen zu jeder Forderung, die an die Höfe oder uns als Verband herangetragen werden“. Große Sorgen bereitet dem Verbandsfunktionär auch der Brexit. Ungeregelt hätte der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU enorme Folgen für die deutschen und bayerischen Bauern. Aktuell werden landwirtschaftliche Erzeugnisse – insbesondere Milch und Fleisch – im Wert von 4,7 Mrd. Euro von Deutschland nach Großbritannien geliefert. Sollte es zum Brexit kommen, werde eine Finanzlücke von zehn bis zwölf Mio. Euro pro Jahr in den EU-Haushalt gerissen, so Heidl. „In einer solchen Situation wären kurzsichtige Sparmaßnahmen und nationale Egoismen genau der falsche Weg“, meint Heidl. Eine starke Union brauche einen starken Haushalt. Er befürchtet offensichtlich eine Kürzung bei den Agrarsubventionen.

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