Bayern

Mehr Tierschutz bei Lebendtransporten gefordert


Ein EU-Audit hat die Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Belastungen bei Langstreckenfahrten untersucht und einige Mängel festgestellt.
LWK NRW
Ein EU-Audit hat die Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Belastungen bei Langstreckenfahrten untersucht und einige Mängel festgestellt.

Langzeittransporte sollen ausgesetzt werden bis unnötige Belastungen abgestellt sind. Das fordern bayerische Tierärzte von der EU. Unter anderem fehlten Versorgungsstationen.

Veterinärverbände aus Bayern fordern Mitglieder des Europaparlaments auf, sich für ein Moratorium von Tiertransporten in Drittstaaten einzusetzen. Bis zur vollumfänglichen Abstellung der tierschutzrelevanten Mängel an den EU-Außengrenzen, in den EU-Mitgliedstaaten und den Drittländern sollen die Langzeittransporte in Drittländer eingestellt werden, mahnten die Bayerische Landestierärztekammer (BLTK) sowie die Landesverbände des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt) und der beamteten Tierärzte Bayerns (LbT) an.

Transportrouten sollen überprüft werden

Bevor die Transporte wieder aufgenommen werden dürften, müsse nach Ansicht der Verbände zudem ein System etabliert werden, dass die Einhaltung des Tierschutzes auch auf den Transportstrecken in den Transit- und Bestimmungsdrittländern sichert. Obwohl Tiere oft mehrere Tage in Drittländern transportiert würden, gebe es bislang keine geprüften Transportrouten mit zertifizierten und zugelassenen Versorgungsstationen. Auch die Voraussetzungen für eine tierschutzgerechte Entladung und die Tierschutzsituation im Bestimmungsland sollten nach Ansicht der Tierärzte geprüft und beurteilt werden.

Forderung basiert auf EU-Audit

Die bayerischen Veterinärverbände begründen ihre Forderung mit den Ergebnissen von EU-Audits, bei denen 2017 und 2018 Maßnahmen zur Verhinderung von unnötigen Belastungen bei Langstreckentransporten von Tieren in Drittstaaten untersucht wurden. Die Abschlussberichte belegten unter anderem, dass die Notfallpläne der Transportunternehmen unzureichend und der Informationsfluss zwischen den Mitgliedstaaten verbesserungswürdig seien. Ferner werde der Zeitbedarf von Kontrollen an den EU-Außengrenzen bei der Bewertung und der Überprüfung der Transportroutenplanung nur unzureichend berücksichtigt. In Bulgarien zum Beispiel habe sich gezeigt, dass für den Fall einer Verzögerung des Transportes in Grenznähe nur ungenügende Kapazitäten für die Versorgung der Tiere vorhanden seien.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Eberhard Hepp
    Erstellt 11. Februar 2019 18:37 | Permanent-Link

    Viele Lebendtransporte (um wieviele Tiere handelt es sich eigentlich?), vor allem Rinder in den arabischen Raum finden vor allem deshalb statt, weil man ihnen dort ohne Betäubung einfach den Hals abschneidet!

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