Unter dem Motto „Rettet die Bienen“ werden in Bayern noch bis zum 13. Februar Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt.
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Unter dem Motto „Rettet die Bienen“ werden in Bayern noch bis zum 13. Februar Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt.

Bayerischer Wirtschaftsverband betont die Bedeutung einer eigenverantwortlichen Nutzung des Eigentums. Die Initiatoren des Volksbegehrens versprechen den Bauern derweil Investitionsprogramme.

Der Bayerische Bauernverband (BBV) lehnt das von ÖDP Bayern, den Grünen und etlichen Naturschutzverbänden initiierte Volksbegehren ab. Unterstützuung erhält der BBV nun von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Nach Ansicht des Verbandes sollte dem freiwilligen und kooperativen Naturschutz Vorrang eingeräumt werden. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Das gilt auch für die Frage, welcher Flächenanteil in Bayern ökologisch bewirtschaftet werden soll. Die eigenverantwortliche Nutzung des Eigentums hat einen sehr hohen Stellenwert und ist auch bei Fragen der Biodiversität stets zu beachten.“ Der Schutz der biologischen Vielfalt muss deshalb aus Sicht der vbw kooperativ und über vernünftige Anreize erreicht werden, nicht über Verbote. Die Landwirtschaft sei auf Insekten und Bienen angewiesen und tue viel für den Erhalt der Artenvielfalt, meint Georg Wimmer, BBV-Generalsekretär. Das Volksbegehren mit seinem Gesetzesentwurf sei der falsche Weg.

Derweil versucht die Beauftragte des Volksbegehrens, Agnes Becker, in einem offenen Brief an den bayerischen Bauernpräsidenten Walter Heidl die Vorteile für die Landwirtschaft zu verdeutlichen. So schaffe das Volksbegehren einen gesetzlichen Rahmen, der zu einem Investitionsprogramm für die Landwirtschaft führen werde. Die Initiatoren gehen davon aus, dass der Vertragsnaturschutz durch das Volksbegehren massiv ausgeweitet werden muss. Darüber hinaus lädt Becker zu einem gemeinsamen Arbeiten gegen Lichtverschmutzung und Steingärten ein. Offener Brief an Walter Heidl

Biotopverbund
Folgen des Volksbegehrens wären ein deutlich verschärftes Naturschutzgesetz sowie Verbote und neue Vorschriften für die Landwirtschaft. Gemäß des Gesetzentwurfs soll in Bayern ein Netz von Biotopen geschaffen werden, das bis zum Jahr 2023 mindestens zehn Prozent der unbebauten Fläche und bis 2027 mindestens 13 Prozent der Landesfläche umfasst. Weitere Regelungen betreffen zum Beispiel die Freihaltung von Gewässerrandstreifen.
Die angedachten Quoten für die Bioproduktion gehen nach Ansicht von vbw und BBV an der Marktrealität vorbei. „Ausgangspunkt muss stets die Nachfrage der Kunden nach regionalen und ökologisch erzeugten Produkten sein. Unter der Berücksichtigung des Leitbilds eines mündigen Verbrauchers wäre es ein sachgerechter Ansatz, auch für die Initiatoren des Volksbegehrens, in der Bevölkerung das Bewusstsein für die Auswirkungen von Kaufentscheidungen zu schärfen“, erklärt Brossardt weiter. Laut Volksbegehren sollen die bayerischen Bauern die landwirtschaftlich genutzten Flächen bis 2025 zu mindestens 20 Prozent und bis 2030 zu mindestens 30 Prozent gemäß den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaften. Staatliche Flächen sollen bereits ab 2020 ausschließlich ökologisch bewirtschaftet werden.

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  1. Hans Brünger
    Erstellt 8. Februar 2019 13:34 | Permanent-Link

    Es ist schon schlimm wie alle Bevölkerungsschichten sich gegen die Landwirtschaft wenden. Zu den Bienen sei gesagt, dass früher der Bienenflug mit dem Rausstellen der Bienenkörbe zur Rapsblüte begann. Heute ist dieser Termin etwas früher durch die frühere Blüte. Danach hat die Landwirtschaft durch Blühstreifen und auch blühende Zwischenfrüchte der Biene lange Nahrung gegeben, in diesem Jahr bis zum 15. Januar. Früher war der Bienenflug ende September zu Ende. Durch dieses große Nahrungsangebot und durch eine längere Flugzeit ist die Biene geschwächt in den Winter gegangen und dadurch auch anfälliger. Sollten wir nicht einmal darüber nachdenken der Biene mehr Winterruhe zu gönnen?

  2. Gerd Schaaf
    Erstellt 8. Februar 2019 17:30 | Permanent-Link

    Mal sehen, ob die es schaffen, den bayerischen Bauern mit dem Zuckerbrot zur Schlachtbank zu führen?

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