Wenn es nach CSU, FW und AfD geht, verliert der in Europa streng geschützte Wolf den Artenschutz.
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Wenn es nach CSU, FW und AfD geht, verliert der in Europa streng geschützte Wolf den Artenschutz.

Die Konservativen Parteien heben den Wolf auf die Tagesordnung des Bayerischen Agrarausschusses. Die Koexistenz mit dem Wolf sei schlicht nicht möglich, behaupten sie und fordern ein Ende des Artenschutzes für den Wolf.

Auf Einladung des Agrarausschusses des Bayerischen Landtags diskutierten in dieser Woche Schafhalter, der Alpwirtschaftliche Verein und der Fleischrinderverband mit Abgeordneten der Parteien über die Probleme der Bauern durch die Rückkehr des Wolfes. Die Diskussion um den Schutz des Wolfes gewann dabei in Bayern deutlich an Schärfe. CSU, Freie Wähler (FW), AfD und Vertreter von Weidetierhaltern sprechen sich für ein Ende des strengen Artenschutzes für den Wolf aus.

Vor dem Ausschuss des Landtages sagte Klaus Steiner (CSU): „Einen Lebensraum für große Beutegreifer gibt es hier nicht mehr.“ Wer von einem Zusammenleben von Wölfen und bäuerlichen Tierhaltern ausgehe, folge einer Lebenslüge. Eine Koexistenz von Wölfen und Weidetieren sei nicht möglich, betonte auch Nikolaus Kraus (FW). Der Sprecher der AFD, Ralf Stadler bestätige diese Meinungen und ergänzte: „Der Wolf gehört bejagt.“
„Ruhe werde es in der Diskussion erst geben, wenn der Abschuss von Wölfen am Ende die Lösung sei. “
Erika Sauer, Fleischrinderverband Bayern, 
Dem widersprachen SPD, FDP und Grüne. Nach ihrer Ansicht sei ein Nebeneinanderbestehen von Bauern und Wölfen durchaus möglich. Der sogenannte Wolfs-Aktionsplan der Staatsregierung sieht vor, dass „verhaltensauffällige Wölfe“ als letztes Mittel geschossen werden dürfen. Zunächst muss aber geprüft werden, ob Zäune oder Schutzhunde Wirkung zeigen.

Dieser Aktionsplan reiche aber nach Ansicht des Alpwirtschaftlichen Vereins keineswegs aus. Es fehlen eine Bestandsregulierung und ein Gebietsschutz, sagte der Geschäftsführer Michael Holnisch. Darüber hinaus beklagte er zu lange Entscheidungswege, die im Bedarfsfall einen schnellen Abschuss von Wölfen verhinderten.

Unterstützt wurde er von Erika Sauer, der Vorsitzenden des Fleischrinderverbandes Bayern. Sie betonte, dass die Vorgabe zum Schutz der eigenen Tiere gerade für die kleineren Betriebe nicht praktikabel sei. Sauer warnte davor, dass viele Bauern, die meist im Nebenerwerb Rinder oder Schafe hielten, dann ihre Betriebe aufgeben würden. Das Vertrauen in die Politik habe bei diesem Thema sehr gelitten. Ruhe werde es in der Diskussion erst geben, wenn der Abschuss von Wölfen am Ende die Lösung sei.   

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