Bierausstoß

Export rettet bayerische Brauereien

Der Trend zeigt weiter in Richtung Keller. Die deutschen Brauer haben 2017 so wenig Bier verkauft wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ging der Absatz gegenüber 2016 um 2,40 hl oder 2,5 Prozent auf rund 93,5 Mio. hl zurück (ohne alkoholfreie Biere). Damit setzt sich der langfristige Trend fort; seit 1993 trinken die Deutschen um fast 17 Prozent weniger Bier.

Im Bierland Bayern sind die Verhältnisse deutlich besser als im Bund. Die Biersieder im Freistaat blicken jedenfalls zufrieden auf das abgelaufene Kalenderjahr zurück. Wie der Bayerische Brauerbund vor der Presse in München mitteilte, konnte der Gesamtbierabsatz im In- und Ausland um 1,3 Prozent auf 23,8 Mio. hl gesteigert werden. Maßgeblich für diese positive Entwicklung sind die steigenden Exportmengen. Sie nahmen im Berichtszeitraum um 5,8 Prozent auf 5,2 Mio. hl zu. Trotz der steigenden Absatzmengen beklagte der Präsident des Bayerischen Brauerbundes  Georg Schneider die angespannte wirtschaftliche Situation der Branche. Ein anhaltender Verdrängungswettbewerb werde durch die Konzentration im deutschen Einzelhandel zusätzlich befeuert. „Knapp 72 Prozent der im Einzelhandel verkauften nationalen Pilsmarken werden zu Sonderangebotspreisen verschleudert“, beklagte Schneider. Auch deshalb schlossen in den vergangenen Jahren viele Traditionsbrauereien ihre Tore.
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