BIG-Challenge

Landwirte strampeln gegen den Krebs


Foto: BIG Challenge e.V.
Foto: BIG Challenge e.V.

Die erste Million ist nach fünf Jahren gesammelt. Im Kampf gegen den Krebs werden auch dieses Jahr Hunderte Sportbegeisterte, viele davon aus dem landwirtschaftlichen Umfeld, sich abstrampeln und Spenden generieren.

Die Sammelbüchse liegt in den Händen des Vereins BIG Challenge Deutschland, der 2014 von niederrheinischen Landwirten gegründet worden ist. Seither hat der Verein Sponsoren- und Spendengelder von mehr als 1 Mio. € an die Deutsche Krebshilfe überwiesen.

Das meiste Geld fließt zum jährlichen BIG-Challenge-Tag, an dem sich mittlerweile Radfahrer und Läufer aus ganz Deutschland beteiligen. In diesem Jahr findet er am 15. Juni statt, und sogar die nordrhein-westfälische Agrarministerin Ursula Heinen-Esser konnte als Schirmherrin gewonnen werden. Unter dem Motto "Aufgeben kommt nicht in Frage!" können Radfahrer oder Läufer ihren persönlichen Abschnitt der insgesamt 43,2 km langen Strecke wählen, die vom niederrheinischen Winnekendonk nach Xanten und zurück führt. "Hierbei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um ein Herangehen an die eigenen Grenzen", sagen die Organisatoren des Wettkampfes und begründen diesen Ansatz: "Genau wie Krebspatienten nicht aufgeben dürfen, zeigen wir, dass wir an diesem Tag an ihrer Seite kämpfen." Um noch weiteren Teilnehmern die Teilnahme zu ermöglichen, sind deswegen in diesem Jahr erstmals auch Elektrobikes zugelassen.

Zur ideellen kommt die materielle Unterstützung. Jeder Teilnehmer zahlt eine Startgebühr und verpflichtet sich zusätzlich, für seine sportliche Leistung mindestens 500 € Sponsorengelder zu sammeln. In den ersten fünf Jahren von 2013 bis 2018 summieren sich die Spenden auf stolze 1,14 Mio. €, die der Deutschen Krebshilfe und somit den Krebspatienten und ihren Angehörigen zugute kommen. Dabei sucht der Verein jedes Jahr konkrete Projekte aus. Im Jahr 2019 gehen zwei Drittel der Spendensumme an ein Projekt zur Verbesserung der Diagnostik und Behandlung von Lungenkrebs. Das andere Drittel der Spenden kommt dem sozialen Projekt "Mein Kind hat Krebs" an der Uni-Klinik Magdeburg zugute.

Die Wurzeln der Veranstaltung legte der mittlerweile verstorbene Herman Houweling, ein niederländischer Agrarberater, nachdem er selbst an Krebs erkrankt war. Er gründete in seinem landwirtschaftlichen Umfeld den Verein BIG Challenge, um gemeinsam mit einem Team aus Tierhaltern und Freunden am französischen Radwettkampf Alpe d‘HuZes teilzunehmen, der sich ebenfalls dem Kampf gegen Krebs verschrieben hat. Von diesem Engagement wiederum ließ sich der niederrheinische Landwirt Georg Biedemann anstecken, der sich schon 2013 der niederländischen Aktion anschloss und ein Team von 16 deutschen Landwirten motivierte, sich aufs Rad zu schwingen und sich in Frankreich zu beteiligen. Die Begeisterung war daraufhin so groß, dass Biedemann 2014 mit seinen Mitstreitern den deutschen Verein gründete und seither in Deutschland eigene Aktionen durchführt.

Engagiert ist auch das Marketing des Vereins, mit dem weitere Unterstützer und Nachahmer gefunden werden, die das Engagement in ihre Region tragen. Dazu trägt die Big Challenge on Tour bei, die in einem Jahr von Amsterdam nach Berlin und ein anderes Mal von Flensburg nach Füssen führte. Vertreten ist der Verein regelmäßig auch auf Agrarmessen wie der Eurotier oder den Agrar-Unternehmertagen. Außerdem unterstützen zahlreiche Firmen aus der Agrarbranche das Projekt. Dazu zählen der Futtermittelhersteller ForFarmers oder Primärgenossenschaften, aber auch regionale Bauern-, Landfrauen- und Landjugendverbände.

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