Prof. Gesine Schwan lud zum Meinungsaustausch über die Bioenergie.
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Prof. Gesine Schwan lud zum Meinungsaustausch über die Bioenergie.

Biomasse stellt den bedeutendensten Anteil innerhalb der Erneuerbaren Energien. Doch die Erwartungen an den weiteren Ausbau sind widersprüchlich.

Prognosen zum Potenzial und zur Nutzung von Biomasse sind mit großen Unsicherheiten behaftet, hieß es auf einer Informations- und Diskussionsverantaltung der Humboldt-Viadrina Governance Platform mit der Bezeichnung "Trialog" heute in Berlin.

Fortschritte im Bereich der Erzeugung elektrischen Stroms aus Biomasse seien kaum noch zu erwarten, so einer der Fachexperten aus der Politik. Dagegen sei das Potenzial im Verkehr bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Der Focus sollte hierbei auf der Verwertung von Rest- und Abfallstoffen liegen. Hier gebe es Anlass zu großer Hoffnung. Festzustellen sei jedoch auch, dass die Begehrlichkeit verschiedener Sektoren für Energie aus Biomasse größer sei als das Angebot. Daher werde ein Ordnungssystem für die Verteilung benötigt. Hier wirke sehr nachteilig, dass bisher kein funktionierendes europäisches System für den Handel mit CO2-Zertifikaten existiere. Durch einen nicht vorhandenen realistischen Marktpreis fehle eine entsprechende Rückkopplung. Diese sei jedoch für die Entwicklung einer Langfriststrategie zur Zukunft der Bioenergie unentbehrlich. 

Fleischkonsum als Unsicherheitsfaktor

Bei Biomasse aus der Land- und Forstwirtschaft handele es sich um eine global gehandelte Ressource, Reststoffe würden dagegen einen eher regionalen Bezug haben. Derzeit könne nicht davon ausgegangen werden, dass eine zu erarbeitende Langfriststrategie tatsächlich in einer Art Masterplan münden werde. Zunächst stehe das Lernen, das Anpassen und das erneute Lernen im Vordergrund.  
Die Unsicherheit in den Potenzialstudien könne mit dem Faktor 30 beziffert werden, hieß es. Dies resultiere aus Unterschieden in der Bewertung der Potenziale, einer großen Datenunsicherheit sowie abweichenden Prognosen für kommende Entwicklungen. So könne beispielsweise der globale Fleischkonsum einen sehr starken Einfluss ausüben.




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