Bioethanol

Britischer Hersteller meldet sich zurück

Das britische Ethanolwerk von Vivergo Fuels nimmt die Produktion nach einer viermonatigen Pause wieder auf. Weizen aus heimischer Erzeugung ist allerdings eher knapp.

 

Das Management von Vivergo äußert in einer Pressemitteilung die Hoffnung, dass sich im Vereinigten Königreich die politischen Bedingungen für eine höhere Beimischung von Bioethanol zu Benzin verbessern. Mit dem ungünstigen Umfeld und fehlenden politischen Entscheidungen hatte Vivergo Ende 2017 die vorübergehende Schließung des Werkes über die Wintermonate begründet. Das Unternehmen hat außerdem die Produktionspause genutzt, um Wartungsarbeiten durchzuführen.

Mittlerweile hat sich das Parlament in London generell für höhere Anteile von erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor ausgesprochen. Die nationalen Ziele sollen von aktuell 4,75 Prozent auf einen Wert von 9,75 Prozent bis zum Jahr 2020 steigen. Um diese hohen Anteile in diesem recht kurzen Zeitraum zu erreichen, fordert ein Vivergo-Sprecher die Londoner Regierung auf, bis Ende dieses Jahres E10-Benzin einzuführen.

Ethanolwerke brauchen Weizen

Von einem höheren Absatz von Bioethanol würde auch die Konkurrenz profitieren. Der größte Anbieter neben Vivergo ist die deutsche Cropenergies mit ihrem britischen Werk in Wilton. Vivergo weist außerdem darauf hin, dass die Ethanolwerke den Landwirten im Norden von England gute Absatzchancen für Weizen eröffnen, der anderenfalls zu schwächeren Preisen exportiert werden müsste. Im Gegenzug erhalten Milchviehhalter als Nebenprodukt der Weizenverarbeitung zu Ethanol hochwertiges Eiweißfutter, das Importe ersetzen kann.

Die Marktexperten des Branchenverbandes AHDB geben jedoch zu bedenken, dass britischer Weizen im Vereinigten Königreich in dieser Saison ohnehin knapp ist. So dürfte Vivergo Probleme haben, den Weizen für seine Ethanolverarbeitung ausschließlich aus heimischen Quellen zu beziehen. Die gesamte Kapazität des Werkes ist auf eine Rohstoffmenge von jährlich 1,1 Mio. t Weizen ausgelegt. Allerdings ist Vivergo auch schon in früheren Jahren auf importierten Mais ausgewichen.

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