Biogasanlagen

Klöckner will höheren Gülleanteil


Foto: Bernd Clemens

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) spricht klare Worte zum Umweltschutz. Der Anteil von Gülle in Biogasanlagen soll mit Fördergelder auf bis zu 70 Prozent steigen.

Um den hohen Methanausstoß von Gülle zu senken, plant Klöckner, Gülle künftig noch stärker in Biogasanlagen einzubringen, um daraus Strom und Wirtschaftsdünger zu gewinnen. Den Anteil von derzeit 30 Prozent soll mit finanziellen Förderungen und Umrüstungen auf bis zu 70 Prozent steigen. Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas begrüsste den Zehn-Punkte-Plan des Bundesagrarministeriums zum Klimaschutz. Ein zentraler Punkt sei die Mobilisierung der Vergärung von Gülle in Biogasanlagen. In Kürze werden die Bioenergieverbände zudem wirkungsvolle Maßnahmen vorschlagen, die in dem von der Bundesregierung geplanten Klimaschutzgesetz eingeführt werden könnten.

Im Interview mit der Rheinischen Post gibt sich die Bundesagrarministerin gelassen gegenüber der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen die Gewässerverschmutzung. Sie unterstellt der Umwelthilfe ein Geschäftsmodell und Stimmungsmache. Ihr gehe es vielmehr um die Faktenlage. Die Düngeverordnung sei 2017 überarbeitet worden. "Die Klage richtet sich gegen einen alten Sachstand, deswegen bin ich entspannt", sagte Klöckner. Keine Antwort findet Klöckner indes auf die Frage, warum die Ressortabstimmung beim Glyphosat-Ausstieg so lange dauere. Ihr Vorschlag liege seit April auf dem Tisch. Ihre Kabinettskollegin Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und sie seien sich über das Ziel einig: Eine möglichst rasche Reduzierung und Überflüssigmachen der Nutzung von Glyphosat. "Meine im Frühjahr vorgelegte Reduktionsstrategie sieht unter anderem vor, die private Nutzung zu untersagen, auch die Anwendung an Spielplätzen, in Naturschutzgebieten und in der Nähe von Gewässern. Aber ein Komplettverbot vor Ablauf der von der EU zugebilligten fünf Jahre ist nicht rechtskonform, das wissen alle Beteiligten", sagte Klöckner.

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