Eine ausreichende Impfdecke kann zur Ausrottung der Blauzungenkrankheit führen.
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Dr. Wilfried Adams
Eine ausreichende Impfdecke kann zur Ausrottung der Blauzungenkrankheit führen.

Mit einem Zuschuss zu den Kosten soll die Impfquote erhöht werden. Bisher sind nur eine Minderheit der Rinder, Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit geschützt.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken will Zuschüsse zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit zahlen. So soll die Impfquote in tierhaltenden Betrieben erhöht werden, meldet fleischwirtschaft.de. Durch den Ausbruch der Blauzungenkrankheit (BTV) in Baden-Württemberg und die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Belgien hat sich die Tierseuchensituation im benachbarten Rheinland-Pfalz Ende vergangenen Jahres zugespitzt. Darauf hat Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung der Tierseuchenbilanz 2018 in Mainz hingewiesen. „Um neue und wiederaufflammende Tierseuchen frühzeitig zu erkennen, ist eine kontinuierliche Überwachung unerlässlich“, betonte die Ressortchefin. Zur Evaluierung des Gesundheitsstatus der Tiere untersuchte das Landesuntersuchungsamt (LUA) im vergangenen Jahr rund 282.000 Proben von Nutz-, Wild-, Zoo- und Heimtieren. Anfang 2019 wurde BTV-8 in fünf rheinland-pfälzischen Betrieben festgestellt.

Laut Höfken verfügen knapp 30 Prozent der rund 330.000 Rinder und zehn Prozent der etwa 110.000 kleinen Wiederkäuer im Bundesland über einen Impfschutz gegen BTV. „Das ist eine gute Basis, jedoch leider viel zu wenig, um das Virus zu tilgen“, stellte die Ministerin fest. Deshalb solle ab dem Herbst 2019 je Impfung gegen die Blauzungenkrankheit der Serotypen 8 und 4 bei Rindern ein Zuschuss von 80 Cent und bei Schafen und Ziegen von 60 Cent gezahlt werden.

Präsident Michael Horper vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) bezeichnete diese Hilfe jedoch als „zu spät und unzureichend“. Zudem würden diejenigen, die bereits nach den ersten Blauzungenfällen geimpft hätten, nun bestraft, da die Kostenbeteiligung nicht rückwirkend gelten solle. Horper wies darauf hin, dass der BWV bereits im Januar die Übernahme der Impfkosten durch das Land gefordert habe. Im Februar habe dann ein Gespräch im Ministerium dazu stattgefunden; seitdem sei keine Entscheidung gefallen. Die jetzt genannte Beteiligung decke die Impfkosten zudem nur unzureichend und die Ministerin bleibe eine Antwort schuldig, wie Rheinland-Pfalz wieder BTV-frei werden könne.

Der ASP vorbeugen

Bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) setzt das Umweltministerium nach eigenen Angaben auf Früherkennung und Prävention. „Ein zentraler Faktor bei der ASP ist die Zeit. Nur wenn die Seuche früh erkannt wird, besteht noch eine kleine Chance, sie zu tilgen“, erklärte Höfken. Daher erhielten die Jäger in Rheinland-Pfalz seit 2018 eine Prämie von 50 Euro für die Beprobung von Fallwild. Seit dem Frühjahr 2018 hat die Jägerschaft 155 Prämien in Anspruch genommen; 2017 waren nur 70 Proben von tot aufgefundenen Wildschweinen genommen worden. „Wir können also insgesamt feststellen, dass die Zahl der eingesandten Proben seit Einführung der Prämie gestiegen ist“, so die Ministerin.

Zudem hätten die Kommunen ASP-Krisenübungen für die Veterinärbehörden und den Katastrophenschutz der Landkreise durchgeführt, und das Umweltministerium habe zahlreiche Konferenzen sowie Informationsveranstaltungen organisiert. Im Rahmen der Tierseuchenüberwachung sei 2018 erstmals auch eine tropische Zecke der Gattung Hyalomma in Rheinland-Pfalz entdeckt worden, berichtete Höfken. Die zunehmend warmen Temperaturen führten dazu, dass sich Arten aus trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas auch hierzulande ansiedelten.

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