Die Anlage von Blühstreifen auf ertragsarmen Standorten ist überlegenswert.
Foto: Baywa
Die Anlage von Blühstreifen auf ertragsarmen Standorten ist überlegenswert.

Mithilfe von Satellitentechnik lassen sich auf inhomogenen Ackerschlägen präzise Bodenunterschiede identifizieren. Auch auf Teilflächen mit niedriger Ertragserwartung kann der Landwirt einen Mehrwert schaffen.

Die satellitengestützte Betrachtung eines Ackers ermöglicht es, zwischen Hochertragszonen und ertragsschwachen Teilstücken zu unterscheiden. Erstere wird er intensiv bewirtschaften, während der Landwirt auf den Niedrigertragszonen Betriebsmittel reduziert. Doch auch hier, auf diesen ackerbaulich unattraktiven Flächen, kann ein Mehrwert geschaffen werden: Mit dem Anlegen von Blühstreifen wird ökologisch im Sinne der Artenvielfalt gehandelt und gleichzeitig wirtschaftlicher Nutzen generiert.

Eine Grundlage für die teilflächenspezifische Aussaat von Blühstreifen ist zum Beispiel die Talking-Fields-Basiskarte, die von der Baywa Tochter Vista GmbH bereitgestellt wird. Sie visualisiert die unterschiedlichen Ertragszonen eines Ackerschlags sowie auch Waldgebiete und ausgewiesene Schutzgebiete. Dies ist besonders hilfreich. Denn Niedrigertragszonen, die an ökologisch wertvolle Flächen angrenzen, sind prädestiniert für den Anbau von Blühstreifen.

Hinter dieser Basiskarte steht eine fundierte Analyse der Biomasseentwicklung auf dem Ackerschlag. Hier greifen Langzeitbeobachtungen per Satellit von mindestens fünf Jahren, oftmals mehr als hundert Aufnahmen. Basierend auf der Auswertung dieser Informationsfülle werden die unterschiedlichen Zonen innerhalb eines Ackers kartiert. Flächen, die sich besonders für Blühstreifen eignen, sind entsprechend definiert und gekennzeichnet.

Auch Betriebe, die bisher wenig oder nichts mit Satellitentechnik „am Hut“ hatten, können die satellitengestützte Aussaat von Blühmischungen problemlos und ohne aufwendige Landtechnik anwenden. Als Sämaschine eignet sich im Prinzip jedes Fabrikat. Zum exakten Abfahren können ein GPS-gesteuertes Lenksystem oder ein Lenkassistent, wie er in vielen jüngeren Schleppern mit ISOBUS bereits serienmäßig eingebaut ist, sowie eine ISOBUS-fähige Sämaschine hilfreich sein.

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Hier wird der Landwirt die Applikationskarte gemeinsam mit den Spurlinien auf sein ISOBUS-Terminal laden – und los geht’s. Der Vorteil: Nach der Aussaat kann der Landwirt die Daten zur Aussaat direkt vom Terminal oder per App in seine Schlagkartei laden, um sie als Nachweise für seinen Mehrfachantrag (IBALIS) zu verwenden. Als Saatgut empfehlen sich beispielsweise Produkte wie ‚Green Trip Blühmix‘ oder ‚Sir Graham Bienenparadies‘. Sie verfügen über einen Anteil an blühenden Pflanzen, die nacheinander blühen, und können zur Einhaltung der Greening-Vorgaben mit dem Faktor 1,5 angesetzt werden.

Dr. Heike Bach, Geschäftsführerin Vista GmbH,
Hans Koch, Baywa AG, Produktmanager landwirtschaftliche Mischungen

 

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