Umweltministerium

Hendricks hofft auf Agrarkonsens

Die Zeit sei reif für einen Gesellschaftsvertrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft, meint die Umweltministerin. Eine gemeinsame Ackerbaustrategie des Landwirtschafts- und Umweltministeriums soll den Anfang machen.

„Nur mit einem breiten gesellschaftlichen Agrar- und Umweltkonsens können wir die Akzeptanzprobleme der Landwirtschaft lösen und den Landwirten eine sichere Zukunft geben“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) als Gastgeberin des zweiten Agrarkongresses in Berlin. Ausdrücklich ruft die Ministerin Landwirte, Verbraucher und Umweltschützer auf, sich am Dialog zu beteiligten. Schon viel zu lange spalte die Agrarpolitik nach dem Motto „Wachse oder Weiche“ Landwirtschaft und Gesellschaft. Agrarpolitik kann nicht mehr nur innerhalb der Landwirtschaft diskutiert werden. Alle Beteiligten sollen ihre Ziele und Bedürfnisse zu gesicherten Einkommen, Umwelt und Verbraucherwünschen formulieren können.

„Die Zeit ist reif für Versöhnung und Konsens", sagte Hendricks auch persönlich zu ihrem Kabinettskollegen Christian Schmidt (CSU). Die Anfeindungen gegenüber dem Bundesagrarminister, nachdem er gegen den Willen von Hendricks für die Zulassung von Glyphosat in Brüssel stimmte, hält die Bundesumweltministerin für inakzeptabel. „Wir streiten um den besten Weg, um ein gemeinsames Ziel zu finden."

Ausstiegsperspektive aus der Nutzung von Glyphosat

Ein erster wichtiger Schritt zu einer neuen nachhaltigen Agrarpolitik in Deutschland sei die im Sondierungspapier von Union und SPD festgelegte Ausstiegsperspektive aus der Nutzung von Glyphosat in Deutschland. Vorstellbar für das Bundesumweltministerium seien Kompensationen durch pestizidfreie Flächen, um einen Beitrag zur Erhaltung von Ökosystemen zu leisten. Gerne möchte Hendricks wieder einer neuen Bundesregierung angehören. Dann würde sie weiter daran arbeiten, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verringern und sich für eine faire Entlohnung der Landwirte einsetzen, so Hendricks. Beide Minister arbeiten an einer Ackerbaustrategie, die im Sondierungspapier aufgenommen wurde und auf den Schutz der Arten und Biodiversität abzielt.

Alle Anforderungen an die Landwirtschaft müssen auf den Tisch kommen, skizziert Hendricks ihre Idee eines Veränderungsprozesses, der in einem Gesellschaftsvertrag mündet und an dem sich am Ende alle halten müssen. Die Ergebnisse des Agrarkongresses könnten bereits Anstöße für die Agrarpolitik einer neuen Bundesregierung geben, so Hendricks.
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