Bodenmarkt

Ackern wird für manche unbezahlbar

Fordert eine neue Definition des aktiven Landwirts: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.
Foto: BMEL
Fordert eine neue Definition des aktiven Landwirts: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Während die Bodenpreise explodieren, sei der Strukturwandel gebremst, interpretiert Julia Klöckner den Agrarbericht 2019. Die Opposition warnt vor außerlandwirtschaftlichen Investoren und beklagt das Höfesterben.

Bei der Vorstellung des aktuellen Agrarpolitischen Berichts der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin zeigte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) einerseits alarmiert über die Entwicklung auf dem Bodenmarkt und den Einstieg außerlandwirtschaftlicher Investoren insbesondere in Ostdeutschland. Andererseits wies die Ministerin auf eine positive Einkommensentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe und eine Abschwächung des Strukturwandels hin.

"Die Negativdynamik ist gebremst", freut sich die Ministerin. Zwischen 2010 und 2016 hätten jährlich etwa 1,4 Prozent der Betriebe aufgehört. Diese Abnahmerate lag deutlich niedriger als der frühere langjährige Mittelwert von etwa 3 Prozent. Klöckner betonte, dass es keine Garantie für den Erhalt bestimmter Strukturen geben könne. "Der Sektor wird sich immer wieder verändern müssen", stellte sie klar. Die Politik wolle "notwendige Modernisierungsschübe begleiten".

Problematisch ist allerdings der kräftige Anstieg der Bodenpreise, die das Statistische Bundesamt jährlich erhebt und im August bekannt gibt. Ergänzend hatte die Behörde am Mittwoch in einer Analyse der Entwicklung über zehn Jahre aufgezeigt, dass die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen von 2009 bis 2018 auf das 2,3-Fache angestiegen sind. Während ein Hektar Agrarland im Jahr 2009 im Bundesdurchschnitt weniger als 11 000 € kostete, waren es im vergangenen Jahr fast 25 500 €.

Besonders hoch war die Teuerung in Ostdeutschland, was auch auf Landkäufe durch außerlandwirtschaftliche Investoren zurückgeführt wird. Deswegen will sich Klöckner dafür einsetzen, dass "Ackerland in Bauernhand" verbleibe, etwa durch steuerrechtliche Änderungen und mehr Transparenz bei bevorstehenden Verkäufen. Dies könne mit einer neuen Rechtsdefinition des aktiven Landwirts gelingen.

In puncto Einkommensentwicklung warnte Klöckner vor überhöhten Erwartungen für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19. Es zeichne sich ab, dass die Einkommen unterhalb des Durchschnitts der beiden sehr guten Vorjahre liegen würden.

Vor diesem Hintergrund betonte sie, wie wichtig deren Absicherung durch die EU-Direktzahlungen sei. Klöckner betonte außerdem die volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft für Deutschland. Jeder neunte Arbeitsplatz habe etwas mit der Land- und Ernährungswirtschaft zu tun, das seien rund 4,7 Millionen Menschen.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 43/2019, Seite 4. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel hier: Jetzt im E-Paper lesen

1 Kommentar

  1. Dr.U.Wrankmore
    Erstellt 30. Oktober 2019 09:47 | Permanent-Link

    Das ist so verlogen. Die BVVG verkauft zu utopischen Preisen an nicht privilegierte Erwerber und treibt damit die Preisentwicklung landwirtschaftlicher Flächen an. Die BVVG untersteht fachlich auch dem Landwirtschaftsministerium. Frau Klöckner könnte dieser Preistreiberei der BVVG Einhalt gebieten statt irgendwelche Versprechungen zu machen.

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