Bodenmarkt

BVVG: Moderater Preisanstieg 2017

Die Flächenverkäufe der BVVG sind überschaubar. An den Ausschreibungen beteiligen sich vornehmlich ortsansässige Betriebe.

Die BVVG Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH hat im Jahr 2017 rund 9.700 ha landwirtschaftliche Flächen verkauft. Zudem gingen 1.800 ha Wald und rund 700 ha Umwidmungsflächen an neue Eigentümer. Nach den Worten von BVVG-Geschäftsführer Stefan Schulz soll die Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein. Bis dahin sind noch 126.200 ha im Bestand, die noch verkauft werden müssen. Die jährliche Verkaufsfläche soll nach den geänderten Privatisierungsgrundsätzen rund 10.000 ha nicht übersteigen.

Die BVVG-Verkaufspreise stiegen 2017 gegenüber Vorjahr nur leicht. Den durchschnittlichen Verkaufspreis gibt Schulz mit 19.507 €/ha gegenüber 19.381 €/ha im Jahr 2016 bekannt. An den Bund überweist die BVVG einen Überschuss für 2017 in Höhe von 254 Mio. €.

Die Nachfrage nach Grund und Boden bezeichnet der BVVG-Geschäftsführer als weiter hoch. Aber die Zeiten von zweistelligen Wachstumsraten beim Anstieg der Bodenpreise sei vorbei. Zwar hält Schulz den Hype auf dem Bodenmarkt für beendet. Aber er will daraus keine Schlüsse ziehen, sondern verweist auf die regionalen Gegebenheiten oder Bodenwerte, die bei jedem Verkauf unterschiedlich seien. „Aus diesen Zahlen lassen sich jedoch keine allgemeinen Trends ableiten, da sich Qualität und Nutzungsarten der verkauften BVVG-Flächen in jedem Jahr ändern“, sagte Schulz. In Deutschland liegt der durchschnittliche Bodenpreis bei 22.310 €/ha. Damit liegt das Preisniveau der BVVG zwar nach wie vor über dem Durchschnitt der Ostländer, aber unter dem Bundesdurchschnitt.

Fast zwei Drittel der BVVG-Verkäufe finden mittlerweile über bedingungsfreie Ausschreibungen statt. Im Jahr 2017 hat die BVVG rund 4.700 ha landwirtschaftliche Fläche verkauft, rund 7.500 ha wurden verpachtet. Die durchschnittliche Losgröße liegt bei 11,5 ha. Allerdings werden einzelne größere Flurstücke nicht „zerhakt“, sagte Schulz vor der Presse am Donnerstag in Berlin.

Die beschränkten Ausschreibungen sind Öko-Betrieben, Junglandwirten, bestimmten Tierhalter und Gemüsebetrieben vorbehalten. Im Jahr 2017 wurden rund 4.800 ha beschränkt ausgeschrieben.  Rund 1.600 ha gingen an die genannten Betriebsformen, 2.800 ha wurden verpachtet. Die Direktverkäufe der BVVG nehmen weiter ab und dürften 2019 enden. Sie laufen ohne Ausschreibungen und werden zum Marktwert vornehmlich an berechtigte Pächter veräußert.

Die neuen Pachtverträge haben in der Regel eine Laufzeit von vier bis sechs Jahren. Insgesamt hat die BVVG im Jahr 2017 rund 125.100 ha verpachtet. Der durchschnittliche Pachtpreis ist mit 424 €/ha rund 15 €/ha höher als im Vorjahr.

Ausblick 2018

Insgesamt plant die BVVG im Jahr 2018 rund 9.300 ha zu verkaufen. Etwa 15.000 ha sollen erneut verpachtet werden. „Durch die zeitlich gestreckten Verkäufe hat auch die Neuverpachtung von Flächen eine hohe Bedeutung für die Arbeit der BVVG“, sagte BVVG-Geschäftsführer in seinem Ausblick 2018. Durch Verkauf und Verpachtungen im Jahr 2018 rechnet Kern mit einem Überschuss von rund 226 Mio. €. Immer noch liegen 104 offene Anträge von Alteigentümer für den begünstigten Erwerb von Flächen bei der BVVG. Das dürften rund 1.000 ha umfassen. Kern appellierte an die Alteigentümer, die erforderlichen Unterlagen einzureichen, damit eine Bearbeitung möglich ist.

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