Bodenzustand

Äcker speichern 2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff


Die Bedeutung landwirtschaftlicher Böden hat das TI untersucht.
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Die Bedeutung landwirtschaftlicher Böden hat das TI untersucht.

Landnutzung und Forstwirtschaft sind wichtige natürliche Senken für Treibhausgase. Das geht aus der Boden-Inventur des Bundesagrarministeriums hervor.

Um einschätzen zu können, wo Deutschland bei der landwirtschaftlichen Landnutzung steht, hatte das Bundesagrarministerium vor sechs Jahren eine deutschlandweite Inventur der organischen Kohlenstoffvorräte veranlasst. Am heutigen Weltbodentag, dem 5. Dezember, stellte der Direktor des Thünen-Instituts, Prof. Heinz Flessa, die „Bodenzustandserhebung Landwirtschaft“ vor. Demzufolge speichern landwirtschaftlich genutzte Böden mehr als zwei Mrd. t Kohlenstoff. Wald- und Agrarökosysteme würden zusammen so viel organischen Kohlenstoff speichern, wie Deutschland bei dem derzeitigen Emissionsniveau in 23 Jahren als CO2 emittieren würde. Die Zahlen verdeutlichten die große Verantwortung, diese Vorräte an organischem Kohlenstoff durch eine nachhaltige Nutzung von landwirtschaftlichen Böden zu sichern und, wo möglich, zu mehren.

Einiger Wirtschaftszweig, der CO2 speichert

Das Ergebnis des Berichtes bezeichnet Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) als eindrucksvoll. Im Gegensatz zu allen anderen Wirtschaftssektoren könnten Landnutzung und Forstwirtschaft Kohlenstoff speichern und damit als natürliche Treibhausgassenke fungieren, betonte sie. Mit einem gezieltem Aufbau von Humus und Bodenleben lasse sich zum einen die Bodenfruchtbarkeit steigern und zum anderen Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft, über die Photosynthese in den Pflanzen und im Boden speichern.

Anlässlich der UN-Weltklimakonferenz derzeit in Polen, will Klöckner sich dafür einsetzen, dass der globale Bodenschutz einen größeren Stellenwert bekommt und wegweisende Ansätze mit Mitteln aus der internationalen Klimafinanzierung auf den Weg gebracht werden. Um dem Klimawandel zu begegnen fordert Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament eine reduzierte Stickstoffdüngung sowie weniger Monokulturen und Pflanzenschutzmittel. Häusling rät zu einem Bodenmanagement wie im Ökolandbau, welches die biologische Vielfalt in Böden fördert.
Premiere
Der Bodenzustandsbericht Landwirtschaft ist eine Premiere: Zum ersten Mal wurde deutschlandweit und repräsentativ eine Inventur der landwirtschaftlich genutzten Böden durchgeführt. Zur Erhebung wurden in den Jahren 2012 bis 2018 bei 3.100 Landwirten mehr als 120.000 Proben gezogen und analysiert. Letzte Beprobungen erfolgten noch bis Herbst 2018. Gemessen wurden Sauerstoffversorgung, Humusbildung und organische Kohlenstoffvorräte. 

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