Brandenburg

Sachkundenachweis für Tierhalter


Pixabay

Der Brandenburger Tierschutzplan wird immer konkreter. Nach einjähriger Vorarbeit steht fest, wie der Tierschutzplan in Brandenburg umgesetzt werden soll.

Das Papier, das nun in die Ressortabstimmung in Potsdam geht, umfasst insgesamt 144 Handlungsempfehlungen, die nach Zuständigkeiten geordnet sind. So muss das Agrar- und Umweltministerium künftig mehr Weiterbildungsangebote zu tierschutzrelevanten Themen anbieten. Denn Tierhalter benötigen künftig einen Sachkundenachweis. Besonders tiergerechte Ställe sollen nach dem Willen der Verhandlungspartner zum Tierschutzplan gefördert werden. Hohe Priorität besitzt die Umstellung der Haltung von Zuchtsauen im Deckzentrum oder im Abferkelbereich. Bei Umstellungsinvestitionen wird ein Zuschuss von 30 Prozent der Bemessungsgrundlage den Betrieben in Aussicht gestellt. Dazu sucht das Ministerium Modell- und Demonstrationsbetriebe, die tiergerechte Produktionsverfahren bereits umsetzen und Einblick in ihre Betriebsabläufe geben. 

Tierställe dürfen nur noch nach strengen Vorgaben des Tierschutzes gebaut werden, die auch eine Verringerung der Ammoniakemissionen vorsehen. Bei Offenställen gibt es weiterhin einen Konflikt zwischen Tierwohl und Umweltschutz. Das ist den Verfassern des Tierschutzplans bekannt. Deshalb will sich das Agrarministerium im Rahmen der Überarbeitung der TA-Luft beim Bund für eine Lösung dieses Konflikts einsetzen.

Der Tierschutzplan in Brandenburg sieht darüber hinaus die Errichtung eines Tierschutzberatungsdienstes vor. Dieser berät Tierhalter zum Tierwohl und Tierschutz. Für den Beratungsdienst wurden zunächst drei Stellen im Doppelhaushalt 2019/2020 beschlossen. Noch in diesem Jahr wird ein Tierschutzberatungsdienst für Schwein und Geflügel sowie für Management- und Tierhaltungsfragen eingerichtet.

Mit einem Volksentscheid hatten die Bürger von Berlin und Brandenburg vor zwei Jahren für mehr Tierschutz gestimmt. Dazu gab es einen fraktionsübergreifenden Landtagsbeschluss für einen Acht-Punkte-Plan für mehr Tierschutz in Brandenburg. Die Umsetzung des Tierschutzplans wird von Arbeitsgruppen aus Vertretern der Wissenschaft, der Landwirtschaft und aus der Zivilgesellschaft weiterhin begleitet und vom Land finanziell unterstützt. Ein Beirat im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft beschäftigt sich fortlaufend mit Querschnittsthemen des Tierschutzplans und berät die beteiligten Ministerien. Dieses Dialogverfahren hat sich aus der Sicht des Landes bewährt.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Martin Heinrichs
    Erstellt 28. Februar 2019 16:40 | Permanent-Link

    Welche Mindestgrösse wird hier angenommen? Gilt das dann auch für die größten „Massentierhalter“, die Imker?

  2. Günter Hessing
    Erstellt 28. Februar 2019 17:14 | Permanent-Link

    Wofür braucht der " Tierhalter" den sein Studium oder seine Ausbildung??
    Dort wurde ja über Tierhaltung " Nichts" vermittelt. Oder??
    Ein weiterer Nachweis wird es lösen....
    Immer mehr Tierhalter geben auf. Ziel erreicht!!!

  3. Grübler Wolfgang
    Erstellt 1. März 2019 09:52 | Permanent-Link

    Du brauchst kein Studium der Landwirtschaft mehr. Du brauchst Gehorsam gegenüber der Politik und den Beamten. Die haben Landwirtschaft studiert.

stats