Brasilien

Neue Fabrik für Ethanol aus Mais


In Brasilien bedingen sich Maisanbau und Rinderhaltung gegenseitig.
Foto: SKW
In Brasilien bedingen sich Maisanbau und Rinderhaltung gegenseitig.

In Brasilien wird mehr Mais zu Ethanol verarbeitet. Eine Fabrik im Bundesstaat Mato Grosso startet die Produktion. Eine weitere ist derzeit im Bau.

Das brasilianische Unternehmen Inpasa investierte in den vergangenen Monaten 500 Mio. Real (118 Mio. €) in den Bau einer weiteren Ethanolfabrik. Das Werk wird in diesen Tagen in der Stadt Sinop im Norden des Bundesstaates Mato Grosso in Betrieb genommen und soll pro Jahr 720.000 t Mais verarbeiten. Die tägliche Produktionskapazität liege bei 1,5 Mio. Litern Bioethanol, 100.000 Litern Maisöl und 1000 t Trockenschlempe am Tag, teilt das Unternehmen mit. Ein weiteres identisches Werk wird derzeit in Nova Mutum im Zentrum Mato Grossos gebaut. Es soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 mit der Produktion starten. Inpasa (Industria Paraguaya de Alcoholes) wurde 2006 in Paraguay gegründet und produziert seit 2008 Bioethanol. Mit Werken in Paraguay und Brasilien sieht sich das Unternehmen als der größte Bioethanol-Produzent aus Mais und Sorghum in Südamerika.

Niedrige Rohstoffkosten locken Investoren

Die Ethanolproduktion aus Mais ist in der Region attraktiv, weil dort den Erzeugern die weltweit niedrigsten Maispreise bezahlt werden. Ein großer Teil der Ernte wird über Häfen an der Atlantikküste und Nebenflüsse des Amazonas exportiert, die bis zu 2.000 Kilometer entfernt liegen. In der Exportsaison können Kosten für LKW-Transporte auf mehr als 80 €/t steigen. Die niedrigen Preise locken auch brasilianische Investoren an. Das Unternehmen FS Bioenergie baut derzeit in Mato Grosso ein Werk mit einer Verarbeitungskapazität von zunächst 630.000 t Mais pro Jahr, die mittelfristig verdoppelt werden soll.

Rinderhalter profitieren von Nebenprodukten

Mit der Veredelung zu Ethanol steigt die Wertschöpfung in der Region. 250 Arbeitsplätze entstehen in der Fabrik, weitere 3000 im Umfeld des Werkes, heißt es bei Inpasa. Die Landwirtschaft in Mato Grosso profitiert doppelt von dem Werk, denn es bietet nicht nur einen zusätzlichen Absatzweg für den Mais, sondern ist auch eine Quelle für günstiges Eiweißfutter. Die Trockenschlempe kann vor allem in der Rinderfütterung eingesetzt werden. Beobachter vor Ort erwarten, dass dies zu einem Ausbau der Rindermast in Mato Grosso führen könnte, durch den wiederum der Maisbedarf in der Fütterung steigen würde. Knapp werden dürfte Mais dennoch nicht. Die brasilianische Agrarbehörde Conab schätzt die die Ernte 2018/19 in dem Bundesstaat auf mehr als 31 Mio. t.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats