Bundeslandwirtschaftsministerium

Zweifel am Erfolg des staatlichen Tierwohllabels


Das freiwillige staatliche Tierwohllabel kommt, bekräftigt Bundesagrarministerin Julia Klöckner. Vermisst werden allerdings nach wie vor konkrete Vorgaben.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) arbeite mit Hochdruck an der Einführung des staatlichen Tierwohllabels, versicherte Klöckner im Rahmen eines Runden Tisches zur staatlichen Tierwohlkennzeichnung am Donnerstag in Berlin. Vor Vertretern von Lebensmittelhandel, Deutschem Tierschutzbund Verbrauchern sowie der Landwirtschaft verwies sie auf die Notwendigkeit des Labels. Es soll angesicht der Vielfalt bereits bestehender Label den Verbrauchern Orientierung bieten. Für das Gelingen werde jedoch die Bereitschaft der gesamten Wertschöpfungskette benötigt, appellierte sie. Mehr Tierwohl könne es nicht zum Nulltarif geben und keinesfalls dürften Landwirte auf den Kosten sitzenbleiben, mahnte Klöckner.

Kritische Distanz

Wie agrarzeitung.de aus Teilnehmerkreisen erfuhr, gibt es weiterhin viele Unklarheiten über die Kriterien. Erste Entwürfe seien während des Runden Tisches zwar an die Wand projiziert worden, doch schriftlich lägen sie bisher nicht vor. Dabei ist zu erwarten, dass Umbaumaßnahmen auf den Teilnehmerbetrieben erfolgen müssten, besonders wenn auch die Ferkelerzeuger in das Programm aufgenommen würden. Ein etwas größeres Platzangebot für Mastschweine sei relativ leicht zu realisieren, heißt es dazu aus der Praxis. Doch über alle weiteren Anforderungen sei nach wie vor nichts bekannt. Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, hat sich nicht vollständig überzeugt gezeigt. Auch er vemisst konkrete Kriterien. Daher bleibt sein Verband vorläufig auf "kritischer Distanz" zu den Plänen.






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