Bundestag

Parteien streiten über Jagd auf Wölfe


FDP und AfD haben am Freitag mit einem Vorstoß im Bundestag für hitzige Debatten gesorgt. Die Liberalen und die Rechtspopulisten wollen den Wolf in Deutschland wieder auf die Liste der bejagbaren Tiere setzen. Es gab heftigen Widerstand.

Ob der Satz "der Wolf ist wieder heimisch in Deutschland" eine gute oder eine schlechte Nachricht ist, liegt im Auge des Betrachters. Das hat sich am Freitag wieder ganz deutlich an einer Debatte im Bundestag gezeigt. Heftigen Widerstand gab es von Grünen und Linken, aber auch CDU und SPD können sich nicht für das bloße Abschießen erwärmen. 

FDP und AfD wollen den Umgang mit Wölfen auf ganz neue Füße stellen. Sie wollen den Wolf wieder zur "bejagbaren Tierart" erklären lassen. Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring sollen nach Meinung der FDP ausgebaut und die Mittel zur Schadensprävention aufgestockt werden. Sollte es zu Problemen mit Wölfen kommen, sieht die FDP die Jäger in der Pflicht. Diese hätten sich als "ausgebildete Fachkräfte im jeweiligen Jagdbezirk bewährt" und seien "in Notsituationen sehr schnell mobilisierbar". Eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht erkenne die besondere Bedeutung der Jäger an. Sie trügen die Verantwortung für eine ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur in ihrer Jagd und würden nicht zu Helfern in Ausnahmefällen degradiert.

Grüne und Linke fordern mehr Schutz für Wölfe und bessere Entschädigungen für Herdenhalter. Auch CDU und SPD fordern mehr Entschädigung und wollen die Anschaffung von Herdenschutzhunden fördern. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), betonte in der hitzig geführten Debatte, dass eine Bejagung die Schwierigkeiten nicht lösen werde. Die Grünen-Abgeordnete Steffi Lemke warf den Antragstellern der FDP vor, Stereotype aus Grimms Märchen zu bemühen, um Ängste vor den Wölfen zu schüren. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in den Umweltausschuss verwiesen.


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