Bundesumweltministerium

Schulze sucht Dialog mit der Praxis

Svenja Schulze mit Praktikern
Foto: jst
Svenja Schulze mit Praktikern

Zwischen Bundesumweltministerium und Landwirten soll der Austausch wachsen. Nach einem ersten Treffen am Donnerstag in Berlin fanden beide Seiten anerkennende, aber auch nachdenkliche Worte.

"Auf Jahre mit extremen Wetterereignissen werden wir alle uns einstellen müssen", erklärt die Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Davon besonders betroffen sein werde die Landwirtschaft. Daher sehe sie es als ihre Aufgabe an, gemeinsam mit der Landwirtschaft nach Wegen zu suchen, der Herausforderung Klimaschutz und Klimaanpassung zu begegnen.

Ein Weg soll der Praktikerdialog sein, bei dem sie mit Vertretern aus Landwirtschaft und Naturschutz grundsätzliche Fragen zur Ausrichtung der Landwirtschaft diskutiert. Produktionssysteme sollten mehr in Richtung geschlossener Kreisläufe entwickelt werden, sagte Schulze nach dem Austausch. Auch die Förderungspolitik auf der Ebene der Europäischen Union müsse geändert werden. Das System der einfachen, flächenbezogenen Direktzahlung müsse ersetzt werden. Zwar sind nach ihrer Ansicht Hilfe für exsistenzbedrohte Betriebe nötig, doch könnten derartige "Heftpflaster" keine nachhaltige Entwicklung gewährleisten. 

Realitätsnähe attestiert

Von den Vertretern der Landwirtschaft, darunter die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) sowie verschiedene Betriebleiter und -leiterinnen wurde das Gesprächgsangebot sehr begrüßt. Es habe sich gezeigt, dass die sie betreffenden Fragen äußerst vielfältig seien. Die Rahmenbedingungen für die jeweiligen Betriebszweige und die Interessen seien daher sehr unterschiedlich. Als positiv vermerkten die Praktiker, dass sich der Dialog an der Realität orientiert habe. Mitunter seien daher die Gespräche "sehr lebhaft" gewesen. Belohnung soll zukünftig im Vordergrund stehen, nicht Sanktionen, war eine Forderung aus der Reihe der Praxisvertreter. Chancen werden gesehen in einer verbesserten Abstimmung zwischen Politik und Landwirten beim Thema Bodenbearbeitung. Auch eine Strategie "Wasser" insbesondere für das Grünland müsse entwickelt werden, lautet ein weiterer Vorschlag. Für die Landwirtschaft wünsche sie sich mehr Spielräume, um neue Dinge ausprobieren zu können, sagte die Bundesumweltministerin. Sowohl die Ministerin als auch die Teilnehmer äußerten ihre Anerkennung für die Initiative. Noch in diesem Jahr soll eine nächste Runde stattfinden.

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