Bundesverband Deutsche Saatguterzeuger

Vermehrung leistungsgerechter entlohnen

Für alle Vermehrungen im Getreidebereich sollte ein Kontrakt mit den  Vertriebsorganisationen (VO Firmen) abgeschlossen werden. Diese Forderung wurde jetzt auf der Jahreshauptversammlung  des BDS (Bundesverband Deutsche Saatguterzeuger) in Bamberg  deutlich ausgesprochen.

Anknüpfend an die neuen Vermehrungsverträge mit den Züchtern für Getreide und Grobleguminosen wollen die Vermehrer auch ihre Geschäftsbeziehung zu den VO-Firmen – also  dem genossenschaftlichen und privaten Landhandel -  vertraglich abgesichert sehen. Für den BDS-Vorsitzenden Dr. Gerhard Schilling ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man Vermehrungsaufträge mit VO-Firmen vertraglich absichert. „Beide Vertragspartner müssen wissen, auf welche Parameter wie Tonnage, Preis oder Valuta sie sich verständigt haben“. Gleichzeitig forderte Schilling, dass die Konditionen der Vermehrung, die seit Jahrzehnten unverändert sind, den aktuellen Bedingungen angepasst werden.

„In einer Zeit, in der sich die Züchterlizenzen verfünffacht haben, müssen die Vermehrer weitestgehend noch mit preislichen Aufschlägen zu den Preisen für Konsumgetreide von Anfang der 1990er Jahre zurechtkommen“. In diesem Zusammenhang denkt der BDS darüber nach, die Wirtschaftlichkeit einer Vermehrung wissenschaftlich nochmals beleuchten zu lassen. Schilling begrüßte, dass es vor allem bei den privat organsierten VO-Firmen Bestrebungen gibt, die Vermehrer leistungsgerechter zu entlohnen.

Bezüglich der neuen Vermehrungsverträge mit den Züchtern konnte  Schilling berichten, dass es derzeit einen Rücklauf zu den Züchtern von etwa 50 Prozent gibt. Zehn Prozent der Vermehrer haben bisher auf neue Verträge verzichtet.  Es werde etliche  Betriebe geben, die unter anderem aus mangelnder wirtschaftlicher Perspektive  aus der Saatguterzeugung aussteigen werden. Das System sei aber noch im Fluss. Anfang dieses Jahres hatten sich Saatguterzeuger und Pflanzenzüchter auf Vermehrungsverträge geeinigt, in denen ein rechtssicherer Rahmen für die Vermehrung von Saatgut geschaffen wurde. Der Abschluss dieser Verträge ist freiwillig.

Auf der Jahreshauptversammlung wurde Dr. Gerhard Schilling als Vorstandsvorsitzender einstimmig im Amt bestätigt. Neu im Vorstand ist Stefan Fürstenau aus Brandenburg. Er folgt Gerald Helm. Bestätigt im Vorstand  wurde auch Helmut  Meier von den bayrischen Pflanzkartoffelerzeugern.

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