Corona-Pandemie

China entdeckt Virus in Rindfleisch aus Brasilien


Die Lieferung stammt laut Registriernummer aus einem Werk des großen Anbieters Minerva im Bundesstaat Sao Paulo.
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Die Lieferung stammt laut Registriernummer aus einem Werk des großen Anbieters Minerva im Bundesstaat Sao Paulo.

Bei Einfuhrkontrollen wurden Virusbestandteile nachgewiesen. Der Lieferant wurde umgehend gesperrt. Eine Gefahr für die Konsumenten sehen Experten nicht.

Nach Angaben der allgemeinen Zollverwaltung in China ist Anfang Oktober in einer aus Brasilien importierten Partie von tiefgefrorenem, knochenlosem Rindfleisch die Nukleinsäure des Coronavirus nachgewiesen worden. Die Lieferung stammt laut Registriernummer aus einem Werk des großen Anbieters Minerva im Bundesstaat Sao Paulo. Die Einfuhr von Rindfleischprodukten dieses Herstellers wurde umgehend ausgesetzt, allerdings nur für eine Woche. Nach den ab dem 11. September geltenden Bestimmungen wird erst beim dritten Corona-Nachweis eine Sperre von mindestens vier Wochen fällig. Bei einem großen Corona-Ausbruch unter Mitarbeitern in einem Fleischwerk, wie bei Tönnies oder anderen Unternehmen in den Niederlanden oder Brasilien, darf temporär ebenfalls nicht mehr nach China exportiert werden.

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Chinesischen Berichten zufolge war dies seit Juli 2020 bereits der 16. Fall eines Corona-Nachweises in Tiefkühlprodukten. Zunächst betrafen die positiven Proben Garnelen aus Ecuador. Danach wurden Virusbestandteile aber auch in Lieferungen von gefrorenem Hühnerfleisch, Rindfleisch, Tintenfischen und anderen Waren gefunden, deren Ursprünge von Brasilien über Norwegen bis nach Russland reichten. Allerdings sind die bisher auffälligen Befunde des Corona-Screenings bei Tiefkühlprodukten im Vergleich zu den mehreren Hunderttausend bisher gezogenen Proben gering. Zudem erfolgten die Nachweise nach Angaben der Zollverwaltung in der Regel immer auf der inneren oder äußeren Verpackung; die Ware selbst war meist nicht infiziert.

Forderungen nach einem kompletten Stopp der Einfuhr von Tiefkühlprodukten wurde in China nicht entsprochen. „Einige Importprodukte sind unersetzlich“, erklärte Prof. Wang Yaxing von der Renmin University of China, gegenüber der Presse. Er verwies dabei auf die Fleischimporte, die sich im ersten Halbjahr 2020 einschließlich Nebenerzeugnissen auf 4,84 Mio. t beliefen und die Vorjahresmenge um gut 73 Prozent übertrafen, um die Marktversorgung nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sicher zu stellen und den Preisanstieg zu dämpfen.

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte in der Vergangenheit mehrfach darauf hingewiesen, dass Coronavirus kann nach derzeitigem Kenntnisstand nicht durch Lebensmittel übertragen werden kann. AgE

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