Crispr/Cas

Wissenschaftler brechen Lanze für Gen-Schere


Die EU-Gesetzgebung für Gentechnik soll überarbeitet werden. Das fordert ein wissenschaftlicher Beirat der EU-Kommission. Nach seiner Ansicht muss die Gesetzgebung an die Weiterentwicklung der Züchtungsmethoden angepasst werden.

Die EU-Kommission prüft zurzeit, wie sie auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Crispr/Cas reagieren soll. Die Richter in Luxemburg hatten den neuen Züchtungsverfahren einen Riegel vorgeschoben. Die mit der Gen-Schere veränderte DNA bringe ähnliche Risiken mit sich wie die übliche Gentechnik und müsse deshalb gleich behandelt werden, urteilten die Richter im Juli. Zwar werde bei den neuen Züchtungsverfahren kein neues genetisches Material hinzugefügt. Aber durch die gezielte Beeinflussung des vorhandenen Erbmaterials ließen sich die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Gentechnik.

Rückenwind von Kommissaren

Jetzt fordern die wissenschaftlichen Berater der EU-Kommission eine Überarbeitung der Gesetzgebung, um die Anwendung von Crispr/Cas zu erleichtern. Gesetzgebung müsse mit Innovationen Schritt halten, damit die Gesellschaft von neuen Wissenschaften und Technologien profitieren könne, erklärte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. EU-Forschungskommissar Carlos Moedas forderte ebenfalls einen neuen Rechtsrahmen, um Innovationen zum Nutzen von Umwelt und Mensch zu ermöglichen.

Der Europaabgeordnete Martin Häusling von den Grünen kritisierte dagegen den Vorstoß der Kommissionswissenschaftler. Häusling sieht die Gefahr, dass Crispr/Cas aus dem EU-Gentechnikgesetz herausgenommen wird und auf diesem Umweg die neue Züchtungsmethode zum Durchbruch kommt.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 15. November 2018 11:30 | Permanent-Link

    Wessen nachhaltige Interessenslage wird vorstehend dargelegt, um die erhofften astronomischen Mehrproduktionen mittels CRISPR/CAS zu etablieren?

    Wir hatten/haben in 2018 ein unverkennbares Extremjahr, nichtsdestotrotz sind sämtliche Marktsegmente überversorgt, insbesondere aber wurden neue weltweite(!) Wetterrekorde aufgestellt. Jeder einzelne Bauer verspürte/spürt realiter diese Ertragsdepressionen, wenn auch mittels statistischer Methodik nach wie vor das Gegenteil belegt wird, es gibt standardisiert also immer noch ein übersattes Zuviel, der desaströse Kurvenverlauf unserer bäuerlichen Roherzeugnisse untermalt das äußerst eindrucksvoll.

    Werte in güldenen Gebilden beheimatete Wissenschaft, solange man für das Abfallprodukt Sägemehl den doppelten Preis ausschreibt als wir Bauern den für unsere qualitativ hochwertigen Nahrungsmittel-Roherzeugnisse zugestanden bekommen, läuft auch im Umfeld der unzweifelhaft notwendigen Wissenschaft so gar nichts in wirklich geordneten Bahnen.

    Wer hat den Bauern das aktuelle Sortenspektrum im Verlaufe der vergangenen Dekaden zur Hand gegeben? Sollte CRISPR/CAS rechtlich legitimiert in großem Stil Einzug in unsere Praxis halten, welche nachhaltig negativen gesamtgesellschaftlichen Perspektiven stehen in Folge dessen gerade für uns Bauern gesichert in Erwartung, ohne zunächst eine generelle Bewertung selbiger Züchtungsmethoden vornehmen zu wollen!? Unsere von allen Seiten bestens aufgeklärte moderne Gesellschaft akzeptiert doch heute schon unsere konventionellen Produktionen nicht mehr; ein Imageschaden, der im Verlaufe der Jahrzehnte die Bauern förmlichst überrollte, ist zwischenzeitlich beängstigend eindimensional; gerade wir in einer maßgeblich doch recht alternativlosen Umsetzung, stellen in der medialen Wahrnehmung das vermenschlichte Feindbild der generalisierend verteufelten Brunnenvergifter, der gnadenlos ignoranten Insektenvernichter dar.

    Wie bitte schön soll zum Positiven hin eine solche extrem gefestigte Geisteshaltung widerläufig bei der Anwendung vorstehend „revolutionärer“ Züchtungsmethodik in der praktischen LW überhaupt Zugang finden in den Köpfen dieser Menschen? Steht nicht weit eher genau das Gegenteil in Erwartung!?

    Ein Pferdefuß übrigens schlechthin: Das segensreiche Heilsversprechen, auch an uns Bauern, beruht doch schlechthin vornehmlich auf einem Diebstahl von Gensequenzen, die nicht im Eigentum dieser Wissenschaftler stehen, selbiges über filigran ausgeklügelte Patentierungsverfahren rechtlich allerdings gnadenlos legalisiert wird, was zunächst einmal doch äußerst kritisch zu hinterfragen ist.

    Nun, vermittelt diese „alternativlos nachhaltige“ Zukunft auf unseren Tellern, die im Bewusstsein derer erst einmal angekommen, förmlichst im Sinne des Wortes deren Mägen umdreht, all jenen eben in vorderster Priorität, die das schlussendlich auch konsumieren sollen. - Jeden einzelnen Bauer dabei fortwährend willfährig als auserkorenen Prügelknaben auf der ihm gegenwärtig zugewiesenen medialen Anklagebank zu belassen, ist allerdings mehr als megaout!

    Vielleicht sollte das Modell CRISPR/CAS in erster Linie sogar die Interessenslage vergeistigen, wie man künftig die Jugend auf unseren Höfen halten kann, die gegenwärtige Lage in der Landwirtschaft bewerkstelligt offensichtlich genau das Gegenteil. - Eine wahrscheinlich viel zu hohe Erwartungshaltung seitens eines kleinen unbedeutenden Bäuerleins. Diese schicksalhafte Landflucht ist allerdings nicht auf Europas Grenzen beschränkt, selbst in Donalds Imperium werden großflächig gigantische wirtschaftliche Verluste verzeichnet, obwohl man dort solche „gehobenen“ Maßstäbe eher großzügig toleriert.

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