Cyberkriminalität

Hackerangriff auf Schulze Föcking


Unbekannte haben sich Zugang zu Christina Schulze Föckings Privatsphäre verschafft. Sie haben den Fernseher der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin manipuliert und eigene Bilder ausgestrahlt.

 

Während am Donnerstagabend im Haus der Ministerin eine Sendung lief, spielte das Gerät plötzlich eigenständig einen Mitschnitt aus einer aktuellen Stunde im NRW-Landtag aus. Darin ging es um Filmaufnahmen aus dem Schweinestall der Familie Schulze Föcking, die Tierrechtler heimlich gedreht hatten. Die Ermittlungen in diesem Fall hatte die Staatsanwaltschaft bereits im September 2017 eingestellt. Es gabe keinen Verdacht auf eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz.


Die Landtagsfraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen stellten sich geschlossen hinter die Ministerin. Sie verurteilten den Vorfall in einer gemeinsamen Erklärung als "abstoßend". Es sei eine Grenze weit überschritten. Kollegin Schulze Föcking und ihre Familie seien Opfer eines Aktes psychologischer Gewalt geworden, heißt es in der Erklärung.

Der NRW-Regierungssprecher Christian Wiemer erklärte, Schulze-Föcking werde massiv bedroht. Auf Facebook sollen Morddrohungen gegen sie ausgesprochen worden sein. "Sie kann sich der vollen Solidarität des Kabinetts sicher sein", so der Regierungssprecher weiter. Es wird vermutet, dass 
sich Hacker Zugang zum W-Lan-Netz verschafft haben und einen internetfähigen Fernseher kaperten.

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) spricht von „abgrundtiefer Menschenverachtung“. Für die ISN ist es wenig verwunderlich, wenn der Verdacht schnell auf die Tierrechtlerszene fällt. Sie fordert die Tierrechtsorganisationen auf, sich von "diesem perfiden Verbrechen zu distanzieren."

Auch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) stellt sich hinter ihre nordrhein-westfälische Amtskollegin: „Dieser brutale Eingriff in die Privatsphäre von Christina Schulze Föcking und ihrer Familie macht mich unglaublich wütend. Ich verurteile diese abstoßende Tat“, teilte Kinast am Montag mit.




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