Dürre

Auch Schleswig-Holstein fordert Dürrehilfen


Der Bauernverband in Schleswig-Holstein spricht bereits von existenzbedrohenden Ausmaßen der Ernteausfälle. Das Kieler Ministerium sieht den Notstand aber noch nicht erreicht.

Für den nördlichen Bauernverband nehmen die Ernteausfälle auf Acker und Grünland ein existenzbedrohendes Ausmaß an. „Wir Landwirte leben und arbeiten mit dem Wetter, seinen Schwankungen und der Natur. In dieser außergewöhnlich dramatischen Situation halten wir es jedoch für absolut erforderlich, dass das Land die betroffenen Landwirte nach allen Möglichkeiten unterstützt“, macht Bauernverbands-Präsident Werner Schwarz deutlich. Nun will Schwarz, dass das Agrarministerium - kurz gesagt - handelt. In der Langversion heißt das, die „Nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, verursacht durch Naturkatastrophen oder widrige Witterungsverhältnisse“ aufzulegen.

Kiel prüft noch die Ertragslage

Auf Anfrage von agrarzeitung.de erklärte ein Sprecher des Agrarministeriums in Kiel, dass man dabei sei zu prüfen, ob die Notstands-Richtlinie in Kraft treten könne. Bis zum Freitagnachmittag würden die Ergebnisse vorliegen. Die Erträge der Betriebe müssten Ernteausfälle von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr aufzeigen. Derzeit sehe es im Land noch nicht ganz danach aus.

Der Bauernverband spricht von großen Schäden in Schleswig-Holstein. Nachdem weite Teile des Dauergrünlandes irreversibel durch die Hitze geschädigt sind, bedarf es einer Neueinsaat, um die Futtergrundlage für die Tiere sicherzustellen. Fällt der für die Saat notwendige Regen, müssen die Landwirte schnell reagieren können. Anträge auf Pflegeumbruch sind somit äußerst kurzfristig zu genehmigen bzw. durch eine Anzeigepflicht zu ersetzen. Neben Zuschüssen, Zinszuschüssen sowie zinsverbilligten Darlehen können die Landwirte  als erste Hilfe auch Steuer- und Pachtstundungen für vom Land gepachtete Flächen beantragen.

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