Danish Crown

Umsatz schrumpft im ersten Halbjahr

Konzernchef Jais Valeur blickt zufrieden auf das erste Halbjahr 2020/21 zurück. In den kommenden Wochen soll die Strategie für die nächsten fünf Jahre vorgestellt werden.
IMAGO / Ritzau Scanpix
Konzernchef Jais Valeur blickt zufrieden auf das erste Halbjahr 2020/21 zurück. In den kommenden Wochen soll die Strategie für die nächsten fünf Jahre vorgestellt werden.

Trotz der Corona-Pandemie und den Folgen der ASP in Deutschland verbreitet Danish Crown Zuversicht. Die Verarbeitung wird von Deutschland nach Dänemark verlagert.

Sinkende Fleischpreise auf dem Weltmarkt haben sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2020/2021 (Oktober bis März) auf die Bilanz der dänischen Genosenschaft ausgewirkt. Zudem musste das Unternehmen auf den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in Deutschland reagieren. Die Veredelungsstandorte Danish Crowns in Polen, Schweden und Dänemark haben im Vergleich zum Vorjahr insgesamt knapp 40 Prozent mehr Erträge erwirtschaftet. Gleichzeitig festigt der Fleischkonzern nach der Klärung des Brexits seine starke Position in Großbritannien, heißt es im Bericht zu den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahrs. Der globale Marktführer für die Veredelung von Schweinedärmen, DAT-Schaub, habe erneut ein Rekordergebnis erzielt.

„Das ist ein starkes Ergebnis“, fasst Jais Valeur, Group CEO von Danish Crown, die Zahlen zusammen. Danish Crown hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs mengenmäßig drei Prozent mehr abgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz negativer Umsatzauswirkungen durch global rückläufige Fleischpreise aufgrund der Corona-Pandemie und einem niedrigeren US-Dollarkurs ist es dem Unternehmen mit einem Nettoergebnis von 1,335 Mrd. DKK (179,6 Mio. Euro) gelungen, das hohe Ertragsniveau des Vorjahrs aufrechtzuerhalten.

Exporte nach China brechen ein

Lokale Corona-Ausbrüche hinderten einzelne Produktionsstandorte des Konzerns zu Beginn der Berichtsperiode am Export nach China, so dass letztlich 30 Prozent weniger nach China ausgeführt wurden als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig gerieten die Schweinepreise aufgrund von Covid-19 und - wenn auch weniger ausgeprägt - wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland generell unter Druck. Gleiches trifft auf den US-Dollar zu, der im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt 8,2 Prozent niedriger notierte.
„Unsere gezielte Ausrichtung auf Nachhaltigkeit öffnet Türen.“
Jais Valeur, Group CEO von Danish Crown., 
Vor diesem Hintergrund gehen die Umsatzerlöse um neun Prozent von 31,834 Mrd. DKK (4,28 Mrd. Euro) auf 28,937 Mrd. DKK (3,89 Mrd. Euro) zurück, und obwohl die laufende Abrechnung an die Eigentümer im Berichtszeitraum überaus wettbewerbsfähig ausgefallen ist und im Durchschnitt beinahe anderthalb Kronen über dem EU-Index liegt, bleibt sie dennoch hinter der des Vorjahrs zurück.

Das operative Ergebnis verringerte sich von 1,750 Mrd. DKK (235,4 Mio. Euro) auf 1,653 Mrd. DKK (222,3 Mio. Euro) Der Rückgang um 97 Mio. DKK (13 Mio. Euro) entspricht weitgehend den Mehrkosten, die durch Tests und zusätzliche Reinigungsmaßnahmen aufgrund von Covid-19 zu Buche schlagen. Das Nettoergebnis in Höhe von 1,335 Mrd. DKK (179,6 Mio. Euro) fällt im Vergleich zum ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2019/20 um 56 Mio. DKK (7,5 Mio. Euro) niedriger aus. „Trotz einigem Gegenwind zu Jahresbeginn haben wir das Rekordergebnis des vergangenen Jahres weitgehend wiederholen können“, ordnet der Konzernchef die Bilanz ein.  

Niedrigere Erlöse für Rindfleisch

Mit diesem Ergebnis könne das Unternehmen „überaus zufrieden“ sein, zumal den Eigentümern der Genossenschaft wettbewerbsfähige Preise für ihre Schlachtschweine gezahlt worden seien. Weniger gut wird die Lage in der Rindfleischsparte bewertet. Covid-19 bremste die Nachfrage nach Edelstücken, die vorrangig vom Absatz im Foodservice getrieben ist. Dadurch sei bei Danish Crown Beef die Rindfleisch-Abrechnung an die Eigentümer unter Druck geraten. Trotzdem befinde sich die Sparte nach wie vor auf dem richtigen Weg, betont der Konzern in seiner Halbjahresbilanz. Das Geschäft werde im engen Dialog mit den Kunden laufend um neue Produkte erweitert, und auch die Scan-Hide, die Häute an die Lederindustrie absetzt, zieht nach einem erfolgreichen Turnaround gut an.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wurden neun Prozent mehr Schweine an die dänischen Schlachtereien geliefert, weshalb Danish Crown über 500 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt hat. Dieser starke Anstieg ist vor allem dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland zuzuschreiben. Um die erhöhte Produktion und Belieferung von Kunden weltweit gewährleisten zu können, wurden in den Schlacht- und Veredelungsbetrieben sowie in der Verpackung zusätzliche Kräfte benötigt.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019/20 wurden die verzinslichen Schulden des Konzerns auf 1,2 Mrd. DKK (161 Mio. Euro) verringert, die Eigenkapitalquote hat sich zum Ende des ersten Halbjahrs um 1,5 Prozentpunkte auf 30 Prozent verbessert. Die Verschuldung des Konzerns beträgt das 2,6-Fache des EBITDA und liegt marginal unter der des entsprechenden Vorjahreszeitraums von 2,7, obwohl im Berichtszeitraum 450 Mio. DKK (60,5 Mio. Euro) mehr investiert wurden als im vergangenen Jahr, unter anderem in die Automatisierung und die Wachstumskategorien Pizzatopping und Bacon. Noch vor den Sommerferien will Danish Crown einen neuen fünfjährigen Strategieplan vorstellen.

Dieser Text erschien zuerst auf www.fleischwirtschaft.de.
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