"Das schlimmste Unternehmen der Welt"

Cargill erhält fragwürdigen Titel


Der weltweit agierende Cargill-Konzern ist erneut in die Kritik geraten. Der Konzern soll laut einem Bericht mitverantwortlich sein für Kinderarbeit, Regenwaldzerstörung und Umweltverschmutzung.

Für die US-Organisation Mighty Earth ist der Konzern damit "das schlimmste Unternehmen der Welt", berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner Onlineausgabe. Der aktuelle Bericht von Mighty Earth listet auf 50 Seiten die möglichen Verfehlungen des Unternehmens auf. Es sei eine Sammlung aus eigenen Recherchen, öffentlichen Verfahren gegen Cargill und Erkenntnissen von Behörden und anderen Organisationen, so "Der Spiegel".

So soll Cargill in Südamerika dafür verantwortlich sein, dass große Flächen Regenwald für den Sojaanbau abgeholzt werden. 2017 recherchierte Mighty Earth in Brasilien und Bolivien und veröffentlichte die Erkenntnisse. Demnach finanziere Cargill die Rodungen, baue Straßen und Silos und verschiffe das Soja in die USA, nach China und nach Europa.

Zudem listet "Der Spiegel" zahlreiche weitere angeprangerte Verfehlungen auf. Mighty Earth nehme vor der Veröffentlichung seiner Berichte Kontakt zu den Unternehmen auf, die die Organisation anprangert, heißt es in dem Bericht weiter. Die Idee: Die Firmen könnten reagieren, Verantwortung übernehmen und sich öffentlich zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten - das wird dann in den Bericht aufgenommen.

Auch mit Cargill habe Mighty Earth das versucht. Im Januar dieses Jahres habe die Organisation dem Konzern den Berichtsentwurf zukommen lassen. Das Unternehmen habe um Zeit gebeten, um die Empfehlungen des Berichts zu überdenken und gegebenenfalls umzusetzen, scheibt "Der Spiegel" weiter. Den Fakten des Berichts habe Cargill nicht widersprochen, zitiert das Nachrichtenmagazin die Organisation Mighty Earth. Geschehen sei letztlich aber nichts.

 

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